Yeferson Cossio ist in Südamerika ein Star. Der Kolumbianer ist Musiker, Sänger, Model und Influencer. Auf Tiktok folgen ihm 19,8 Millionen Menschen, auf Instagram hat er 12,5 Millionen Follower. In seinen Posts und Videos verbindet er persönliche Erlebnisse mit provokanten Stunts, Humor, Musik, sozialem Engagement und kontroversen Themen. So ließ er sich zum Beispiel als Wette die Brust vergrößern und entfernte die Implantate später wieder.
Nun ist Cossio kürzlich zu weit gegangen: Am 11. März 2026 flog er mit Avianca von Bogotá nach Madrid. Nach dem Flug sah sich die Airline gezwungen, ein Statement zu seinem Verhalten an Bord zu veröffentlichen. Avianca wirft Cossio vor, die Sicherheit, Ordnung und Hygiene an Bord verletzt zu haben. Die Fluglinie kündigte ihm den Beförderungsvertrag. Sprich: Sie strich den Rückflug. Zudem kündigte die Avianca an, rechtliche Schritte gegen den Influencer einzuleiten, berichtet die Zeitung El Colombiano, inklusive Statement der Airline.
Chemische Gerüche in der Luftfahrt besonders heikel
Doch was war passiert? Während Flug AV46 soll Cossio eine Stinkbombe – ein kleines Gerät mit chemischem Geruchserzeuger – ausgelöst haben. Laut Airline verbreitete sich daraufhin sofort ein beißender Geruch in der Kabine der Boeing 787. Mehrere Reisenden klagten Berichten zufolge über Unbehagen, andere machten sich Sorgen über die Herkunft des Geruchs.
Das Problem: Unerklärliche chemische Gerüche an Bord sind in der Luftfahrt besonders alarmierend, da sie sowohl gesundheitliche Risiken darstellen als auch auf technische Probleme hindeuten können. Avianca teilte zudem mit, dass sich das Flugzeug zum Zeitpunkt des Vorfalls über dem Atlantik befand, was die Möglichkeiten für eine Ausweichlandung im Falle eines medizinischen oder technischen Notfalls einschränkte.
Influencer Cossio spricht von einem Versehen
Cossio bestreitet in einer Stellungnahme, dass es sich um einen geplanten Scherz für seine Social-Media-Aktivitäten gehandelt habe. Er betont, dass das Stinkbomben-Gerät in seinem Handgepäck versehentlich aktiviert wurde. Seiner Darstellung zufolge ging von dem Gerät keine Gefahr aus. Der Effekt habe nur drei Minuten angehalten und sei durch den Luftaustausch in der Kabine neutralisiert worden.
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