Weit im Osten Russlands soll es in dem Flugzeugwerk Komsomolsk am Amur (KnAAZ) zu einem Brand gekommen sein. Das Werk ist die einzige Produktionsstätte für Russlands modernsten Kampfjet, die Suchoi Su-57, und gleichzeitig die größte Flugzeugfertigungsstätte in ganz Russland. Dort werden auch die Su-35S und der Jakowlew Superjet produziert.
Videoaufnahmen in sozialen Netzwerken zeigen Feuer in einer der Werkstätten. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich nicht zweifelsfrei feststellen. Das abgebildete Gebäude befindet sich jedoch tatsächlich auf dem Werksgelände von KnAAZ – bestätigt durch Satellitenbilder von Google Earth und Aufnahmen des Geländes von außen.
Laut Open-Source-Intelligence-Analysten sollen in der betroffenen Werkshalle Kunststoffkomponenten gefertigt werden, darunter Tragflächenteile und Steuerklappen.
Das Unternehmen selbst, der Mutterkonzern Rostec und die russischen Behörden haben sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Eine Aussage über das Ausmaß des Brandes ist daher nicht möglich.
Folgen für Exportambitionen?
Sollte die Produktion beeinträchtigt werden, würde dies auch Russlands Exportambitionen für seinen Jet der fünften Generation dämpfen. Bisher nutzen nur Russland selbst und Algerien das Kampfflugzeug. Auch der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate zeigten Interesse, bestellten aber keine Maschinen. Algerien hat 14 Su-57E geordert; die Bestellung wurde Ende vergangenen Jahres bestätigt.
Neue Perspektiven für die Su-57
Indien war 2018 aus dem gemeinsamen Entwicklungsprogramm für die Su-57 ausgestiegen, um sich auf sein Projekt für ein Advanced-Medium-Combat-Aircraft (AMCA) zu konzentrieren. Nun bahnt sich möglicherweise eine neue Zusammenarbeit an. Russland bietet Indien ein Gesamtpaket mit Transfer hochsensibler Technologien an. Es besteht laut dem Hersteller die Möglichkeit, indische Waffensysteme in die Su-57 einzubauen und die Fertigung schrittweise nach Indien zu verlegen, um langfristig eine eigenständige Produktion aufzubauen.
Ein erfolgreicher Abschluss dieser Verhandlungen könnte Indiens Luftfahrtsektor transformieren. Die Su-57 würde nicht nur die Kampfkraft der indischen Luftwaffe erhöhen, sondern möglicherweise auch das hauseigene AMCA-Projekt beschleunigen – oder überflüssig machen.
Produktionsrate bleibt niedrig
Russland selbst hat bis jetzt 76 Maschinen für die Luftwaffe bestellt. Seit 2020 sollen zwischen 30 und 34 Su-57 zu den Kampfverbänden gelangt sein. Zuletzt wurden mehrere Maschinen im Februar übergeben. Es war die erste Lieferung seit längerer Zeit, da 2025 (mutmaßlich) überhaupt keine Auslieferungen erfolgt waren.

