Das Medium Aerial Resupply Vehicle – Expeditionary Logistics (MARV-EL) soll Truppen des US Marine Corps im Einsatz mit Munition, medizinischen Gütern und anderem kritischen Material versorgen. Das unbemannte Gefährt soll dabei in jedem Gelände, bei jedem Wetter und unabhängig von Bedrohungslagen einsetzbar sein. Gerade in letzterem Bereich will das Militär bei riskanten Einsätzen bemannte Transporte vermeiden. Zum Einsatz kommt der R66 Turbinetruck, eine unbemannte Ausführung des Hubschraubers Robinson R66. Statt der Kabine für fünf Personen ist ein verkleidetes Frachtabteil mit nach vorne zu öffnenden Luken installiert.
Der Turbinetruck wird von Sikorsky und Robinson Unmanned entwickelt. Die Steuerung und der autonome Betrieb erfolgen über das Matrix-System von Sikorsky. Das Marine Corps hat jetzt einen Auftrag in Höhe von 15,5 Millionen Dollar für die nächste Phase des MARV-EL-Programms vergeben. “Der kommerziell entwickelte R66 Turbinetruck ist einfach, wirtschaftlich und flexibel anpassbar – ideal für risikoreiche, schwer zugängliche Umgebungen, in denen es entscheidend ist, das Personal vor Gefahren zu schützen”, sagt Rich Benton, Vice President und General Manager von Sikorsky.
Steuerung per Tablet
Der Turbinetruck besitzt eine Frachtkapazität von 590 bis 1130 Kilogramm bei einer Einsatzreichweite von 185 Kilometern. Die Steuerung erfolgt laut Hersteller von einem handelsüblichen Mobilgerät. Der Bediener gibt die Missionsziele in ein Tablet ein. Daraufhin erstellt das System automatisch einen Flugplan und steuert die Maschine mit Hilfe von Sensoren und Algorithmen sicher zum Ziel. Die Matrix-Software kommt auch in der unbemannten Ausführung der Sikorsky Black Hawk, der S-70UAS U-Hawk, zum Einsatz. Im Rahmen des jetzt geschlossenen Vertrages erhalten die Marines eine Maschine zur Erprobung und Demonstration.

