Zwei Monate stand der Flugverkehr im Iran wegen des Krieges mit den USA und Israel still. Jetzt hat der internationale Flughafen Imam Khomeini in Teheran seinen Betrieb wiederaufgenommen. Maschinen der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air hoben am Samstag erstmals wieder in Richtung Istanbul, Maskat und der Pilgerstadt Medina ab, wie iranische Staatsmedien berichten.
Zudem soll es eine Inlandsverbindung zwischen der Hauptstadt und Maschhad geben. In den kommenden Tagen sollen weitere Routen folgen, darunter Verbindungen nach Baku, Nadschaf, Bagdad und Doha.
Osten des Landes als erste Priorität
Der Geschäftsführer der iranischen Flughafenbehörde, Mohammad Amirani, erklärte, der Osten des Landes werde zunächst bevorzugt behandelt. Grenznahe Regionen zu Turkmenistan, Afghanistan und Pakistan sollen als Erstes wieder an den regulären Inlands- und Transitverkehr angebunden werden. Gleichzeitig sollen die Behörden Gespräche mit internationalen Fluggesellschaften aufgenommen haben, um Flugrouten zu koordinieren.
Viele iranische Flughäfen wurden durch Luftangriffe beschädigt. Teherans zweiter Flughafen Mehrabad wurde mehrfach bei Angriffen getroffen. Bei den Luftschlägen gingen zum Teil auch zivile Maschinen verloren, was die iranische Luftfahrt jetzt zusätzlich beeinträchtigt.
Flüge aus Russland und China wieder aufgenommen
Auch russische und chinesische Flugzeuge können wieder im Iran landen. Der staatliche chinesische Sender CGTN gab heute bekannt, die Flüge seien nach 60 Tagen wieder aufgenommen worden. Russische Staatsmedien berichten über die ersten erfolgreichen Flüge von Teheran nach Moskau.
Die größte iranische Fluggesellschaft, Mahan Air, kündigte die Wiederaufnahme ausgewählter Passagierstrecken nach Shanghai, Guangzhou und Peking an.
Wochenlanges Flugchaos
Nicht nur im Iran selbst standen seit Ende Februar die Flugzeuge still. Der Krieg hatte den zivilen Luftverkehr in der Levante und auch auf der arabischen Halbinsel weitgehend eingeschränkt. Weite Teile des Luftraums wurden gesperrt.
Allerdings hatten Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn teilweise wieder freigegeben und die Verbindungen seitdem schrittweise ausgeweitet.
Treibstoffkrise bedroht europäische Luftfahrt
Nun bahnen sich weitere Probleme als Resultat des Krieges an. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus sorgt dafür, dass die Kerosinreserven weltweit knapp werden.
Asien wird laut der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung als Erstes von der Knappheit betroffen sein. Allerdings sieht es auch für Europa düster aus. Der Direktor der Internationalen Energieagentur warnte jüngst, Europa verfüge noch über Reserven für etwa sechs Wochen.

