Der neue Interims-VIP-Jet für den POTUS ergänzt die aktuelle 747-Flotte der US-Regierung, die aus zwei betagten, speziell modifizierten 747-200 besteht. Die Modellbezeichnung dieser beiden Spezialflugzeuge lautet VC-25A – und weil sie schon seit 1990 Dienst verrichten, wurde ihre Ablöse vor über zehn Jahren bereits eingeläutet. Doch die designierten Nachfolger, zwei bei Boeing geparkte 747-8I, die ursprünglich für die russische Airline Transaero gebaut wurden, verspäten sich immer weiter.
Nach aktuellem Stand können die VC-25B genannten Vierstrahler wohl erst 2029 geliefert werden – es sei denn die US Air Force “optimiert” das Anforderungsprofil für die VC-25B, um das Lieferdatum möglichst auf 2027 oder 2028 vorziehen zu können.
Umrüstung bei L3Harris
Wann auch immer die neuen Maschinen letztendlich kommen: Die Boeing 747-8I mit der Seriennummer 37075, die die Trump-Regierung im vergangenen Jahr vom Emirat Katar geschenkt bekam, soll die Zeit bis zur Indienststellung der VC-25B überbrücken helfen. Entsprechend wird sie von der Air Force auch als “VC-25 Bridge” geführt.
Das Flugzeug, das in Katar mit der Kennung A7-HBJ registriert war und nur rund 300 Flüge absolviert haben soll, wurde seit Mitte 2025 beim Unternehmen L3Harris in Waco (Texas) für seinen neuen Einsatzzweck umgerüstet. Da es von Haus aus über eine – durchaus opulente – VIP-Kabine verfügt, dürften sich die Umbauarbeiten vor allem auf sicherheitsrelevante Aspekte konzentrieren.
USAF
Die “VC-25 Bridge” absolvierte ihre Flugtests komplett in Weiß. Bald soll sie das neue Farbkleid erhalten.
“Bereitstellung einer Brückenkapazität”
Details dazu sind allerdings nicht öffentlich verfügbar. Angesichts des straffen Zeitplans ist zu vermuten, dass sich der Einbau von Missions-, Kommunikations- und Sicherheitssystemen bei der “VC-25 Bridge” wohl auf ein notwendiges Mindestmaß beschränkt. Die Kosten für die Umrüstung der katarischen 747-8I sollen weniger als 400 Millionen US-Dollar betragen, wie US-Luftwaffenminister Troy Meink im vergangenen Jahr erläuterte.
General Dale White, Portfoliomanager für kritische Großwaffensysteme im US-Kriegsministerium, gab anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der Flugerprobung zu Protokoll, das “Bridge”-Programm sei “ein Paradebeispiel dafür, was möglich ist, wenn eine klare Verantwortlichkeit einer einzelnen Person zugewiesen wird und sich alle Beteiligten auf ein einziges Missionsziel ausrichten: die schnellstmögliche Bereitstellung einer Brückenkapazität, um den Druck auf die alternde VC-25A-Flotte zu verringern.”

USAF
Die neuen Präsidentenflugzeuge der USA werden ein neues Farb-Design erhalten. Der Entwurf dazu basiert auf einer Initiative aus Trumps erster Amtszeit.
Fliegende Notwendigkeit
Laut Angaben der Air Force ist die – im vergangenen jahr vielfach kritisierte – Rekrutierung eines Übergangsflugzeugs für den Präsidententransport zwingend geboten, weil die alten VC-25A zunehmend wartungsintensiver werden und die neuen VC-25B, die eigentlich ab 2024 hätten zur Flotte stoßen sollen, absehbar nicht verfügbar sind.

USAF
Ab Sommer 2026 soll die ehemals katarische VIP-747 den US-Präsidenten durch die Welt fliegen – ergänzend dazu werden die alten VC-25A jedoch ebenfalls im Dienst bleiben.
Neuer Anstrich à la Trump
Zumindest der Ex-Katari-Jumbo soll den avisierten Zeitplan halten – und tatsächlich schon im Sommer einsatzbereit sein. Im Lackierhangar wird die “VC-25 Bridge” wohl ein gänzlich anderes Farbdesign erhalten als die altgedienten 747-200. Den mit hohem Wiedererkennungswert versehenen Anstrich in Weiß und Hellblau, der über viele Jahrzehnte die Flugzeuge der US-Regierung zierte, wird – auf Anordnung von Donald Trump – gegen ein neues, dunkleres Farbkleid eingetauscht.

