Die Luftwaffe der Islamischen Republik Iran erbte nach der Revolution von 1979 eine Vielzahl von (damals) modernen US-Flugzeugmustern aus der Schah-Ära. Mangels Alternativen blieb ein Großteil davon bis in die jüngste Vergangenheit im Einsatz – darunter prominente Beispiele wie die F-14 Tomcat oder der weltweit letzte flugfähige Boeing 747-Tanker.
Die massiven Luftangriffe der USA und Israels aber machten im März und April den meisten dieser inzwischen veralteten US-Militärflugzeuge den Garaus. Einige Maschinen konnten die Iraner dennoch retten. So scheinen im Iran selbst weiter ein paar F-4 Phantom II im Dienst zu stehen. Außerdem gelang es dem Iran offenbar, einzelne Flugzeuge in Pakistan in Sicherheit zu brignen, falls Israel und die USA zu einer zweiten Angriffswelle ansetzen.
Zu diesen nach Pakistan evakuierten Flugzeugen gehört nach Medienberichten und Satellitenbildern auch die einzigartige Lockheed RC-130H “Khoofash” (Fledermaus) mit der Kennung 5-8554. Die spezielle Hercules wurde in den 70er Jahren, kurz vor der Islamischen Revolution, von den USA an die Regierung des Schahs von Persien geliefert.
Spionageflugzeug für die CIA
Die damalige Kaiserlich Iranische Luftwaffe beteiligte sich seinerzeit an der Spionagekampagne “Dark Gene”, die unter Federführung der CIA von iranischen Stützpunkten aus Luftaufklärung gegen die Sowjetunion betrieb. Im Zuge dessen ließen der Iran und die US-Auslandsgehemindienste CIA und NSA zwei C-130H Hercules von handelsüblichen taktischen Transportern zu SIGINT-Flugzeugen umrüsten (Projekt IBEX).
SIGINT steht für “Signals Intelligence”. Entsprechend ausgerüstete Flugzeuge haben die Aufgabe, mithilfe ihrer speziellen Systeme elektronische Signale und Kommunikationsdaten zu erfassen, zu verfolgen und auszuwerten.
Einzigartiges SIGINT-Flugzeug des Iran
Als zukünftige SIGINT-Flugzeuge des Iran wählten die Projektverantwortlichen die beiden Hercules mit den Kennungen 5-8553 und 5-8554 aus. Während Erstere bereits vor etwa 20 Jahren wieder auf den ursprünglichen Standard als militärisches Transportflugzeug zurückgerüstet (und vermuitlich im März dieses Jahres durch einen israelischen Angriff zerstört) wurde, behielt die Schwestermaschine 5-8554 ihre elektronische Spionageausrüstung.
Die Luftstreitkräfte der Islamischen Republik Iran ließen die “Khafoosh”-Hercules bis zuletzt von Teheran aus regelmäßig zu – meist nächtlichen – Einsätzen abheben.
Evakuierung nach Pakistan
Inzwischen scheinen die Iraner das einzigartige Flugzeug allerdings außer Landes geflogen und nach Pakistan verbracht zu haben. US-Medien berichten, dass der Iran bereits kurz nach der Verkündigung des Waffenstillstands seitens US-Präsident Donald Trump Anfang April eine Reihe von Militärflugzeugen nach Pakistan überführte.
Die “Khafoosh” hat im Zuge dessen offenbar auf der pakistanischen Luftwaffenbasis Nur Khan in Rawalpindi Unterschlupf gefunden. Satellitenbilder, die online kursierten, zeigen das Flugzeug mutmaßlich auf dem nahe der Hauptstadt Islamabad gelegenen Stützpunkt.
Kritik aus den USA
In den USA riefen die Berichte über die evakuierten iranischen Flugzeuge umgehend Kritiker auf den Plan. Der republikanische Senator Lindsay Graham, seit jeher einer der lautstärksten Befürwortder militärischer Interventionen gegen den Iran, stellte die Glaubwürdigkeit Pakistans als neutraler Vermittler in Friedensgesprächen zwischen Washington und Teheran infrage.
Sollten sich die entsprechenden Sachverhalte bestätigen, forderte Graham eine “vollständige Neubewertung” der Rolle Pakistans. Die pakistanische Regierung wies ihrerseits die Vorwürfe aus den USA als “irreführend” zurück und betonte, ihre diplomatischen Bemühungen zielten darauf ab, den Dialog zwischen den Konfliktparteien zu erleichtern und Spannungen abzubauen.

