Schweden hat offiziell bestätigt, dass die Ukraine eine Bestellung von bis zu zwanzig Saab Gripen E/F aufgeben wird. Parallel dazu sagt Stockholm die unentgeltliche Weitergabe von sechzehn älteren Maschinen der Variante C/D zu. Die Ankündigung erfolgte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz auf dem Luftwaffenstützpunkt Uppsala, an der Ministerpräsident Ulf Kristersson und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj persönlich teilnahmen.
Zur Finanzierung der moderneren Kampfjets will Kiew auf Mittel aus dem europäischen Ukraine-Unterstützungsdarlehen zurückgreifen. Konkret sollen 2,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Die Schenkung der älteren Modelle ist dabei an den Vollzug des Kaufvertrags geknüpft. “Sobald die Ukraine den beabsichtigten Kauf vollzieht, beabsichtigt Schweden ebenfalls, sechzehn Gripen C/D als bilaterale Unterstützung zu spenden”, heißt es in der offiziellen Erklärung Stockholms.
Laut Stockholmer Regierung umfasst die Schenkung zusätzlich hochwertiges Luftwaffenmaterial, darunter fortschrittliche Munition, zum Beispiel IRIS-T-Raketen, Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen und METEOR-Luft-Luft-Raketen. Verteidigungsminister Pål Jonson bekräftigte, erste Lieferungen seien bereits für Anfang nächsten Jahres vorgesehen.
Absichtserklärung über 150 Maschinen
Der gestern angekündigte Kauf ist das Ergebnis einer schrittweise gewachsenen Beschaffungspolitik. Denn die Weichen für das heutige Abkommen wurden im Oktober 2025 in Linköping im Saab-Hauptquartier gestellt. Im vergangenen Jahr ging es allerdings um 150 fabrikneue Gripen E. Damals reisten Selenskyj und Kristersson gemeinsam zum schwedischen Flugzeugbauer, um eine Absichtserklärung über den möglichen Export zu unterzeichnen.
Kristersson beschrieb den Moment als “den Anfang einer langen Reise” und betonte ausdrücklich, es handle sich nicht um Schenkungen, sondern um einen vollwertigen Exportauftrag. Eine Schenkung ist nun allerdings trotzdem Teil des Deals.
Selenskyj begründete die Entscheidung für die Gripen damals persönlich: “Für unsere Armee sind Gripen die Priorität.” Ausschlaggebend seien Kosten, Wendigkeit und Bedienbarkeit gewesen. Er lobte die Maschinen als “exzellente Flugzeuge, die vielfältige Einsätze durchführen können”

