Der Zwischenfall wurde am Sonntag von der privaten, österreichischen Flugsicherheits-Webseite “Aviation Herald” gemeldet, die akribisch sämtliche Zwischenfälle und Unfälle der zivilen Luftfahrt auflistet.
EK-1 hinterlässt starke Wirbel über Sarajevo
Demnach gab es am Sonnabend im Luftraum über Sarajevo einen Zwischenfall mit einem deutschen Airbus A320 (D-AEWS) und einem Airbus A380 (A6-EUF) von Emirates. Beide Flugzeuge befanden sich im Reiseflug, als die als Flug EW 635 gerade auf ihre Reiseflughöhe Flugfläche 380 (11,6 Kilometer) kletternde A320-200 aus Rhodos in starke Wirbelschleppen geriet. Diese stammten von einem 14 Kilometer voraus fliegenden Airbus A380-800, der als Flug EK-1 aus Dubai nach London unterwegs war.
Mehrere leicht Verletzte in der A320
Laut “Aviation Herald” verletzten sich vier Passagiere und ein Flugbegleiter leicht. Letzterer sei an die Kabinendecke geschleudert worden. Die A320 sank auf ihre vorherige Höhe von 11 Kilometern (FL 360) und konnte ihren Flug nach Köln sicher fortsetzen. Nach der Landung wurden die Verletzten medizinisch betreut. Datenschreiber und Stimmenrekorder des Flugzeugs seien gesichert worden.
Der Airbus A380, maximale Startmasse bis zu 575 Tonnen, erhielt wegen seiner starken Wirbelschleppen bei der Flugsicherung die eigene Wirbelschleppenkategorie “Super”. Hinter einer A380 folgende Piloten versuchen, diese Bereiche nach Möglichkeit zu umfliegen. Die Flugsicherung stellt erhöhte Abstände her.
Energiereiche Verwirbelungen
Wirbelschleppen bilden sich im Flug an den Flügelspitzen, wo Luft als “Wirbelzopf” außen, um die Flügelspitze herum und nach oben, über den Flügel strömt. Die Wirbel bleiben hinter dem Flugzeug als turbulente Zonen oft kilometerweit erhalten. Sie sinken langsam ab und werden allmählich vom Wind “verweht.” Bei bestimmten Wetterlagen können Wirbelschleppen ungewöhnlich lange erhalten bleiben.
Gefährliches “Kielwasser” hinter Jet-Riesen
Die Wirbelschleppen, englisch Wake Vortex, sind nicht sichtbar und können für folgenden Flugverkehr, insbesondere für leichtere Flugzeuge, gefährlich werden. Als Passagier sollte man im Reiseflug ständig locker angeschnallt bleiben und an Bord nicht unnötig hin- und herlaufen. Die betroffene A320 konnte, so “Aviation Herald”, nach Kontrollen in Köln rund 4,5 Stunden später ihren Dienst wieder aufnehmen. An Bord der A380 gab es keine besonderen Vorkommnisse.

