Fenster oder Gang? Notausgang oder Mitte? Beim Thema Sitzplatz scheiden sich die Geister – und die Redaktion von AERO INTERNATIONAL erst recht. Wir haben nachgefragt, wer wo sitzt und warum.
Zugegeben: Die Frage nach dem richtigen Sitzplatz im Flugzeug ist fast so heiß diskutiert wie die nach Fenster- oder Gangseite beim Zugabteil. Ob Vielfliegerin, Bequemlichkeitsfanatiker oder notorischer Fenstergucker – jeder hat seine Überzeugung. Und die verteidigt er, wenn nötig, mit Nachdruck beim Online-Check-in um Mitternacht.
Unsere AERO INTERNATIONAL-Redaktion hat sich für euch in die Kabine gewagt und verrät, welcher Platz für sie der beste ist – und warum.
AERO INTERNATIONAL-Chefredakteur Thomas Borchert
Ob Fenster- oder Gangplatz – das ist weitgehende Geschmacksache. Aber es gibt einige Sitzplätze, die einfach besser sind als andere – oder eben schlechter. Manchmal gibt es mehr Beinfreiheit, manchmal nervt die Nähe zur Küche oder den Toiletten. Manche Airlines erlauben je nach gebuchter Tarifklasse die kostenlose Auswahl eines Sitzplatzes, andere nehmen Extra-Gebühren dafür. Wer auf seinem Wunschplatz sitzen will, kann den also oft kaufen. Gerade auf längeren Flügen kann sich das lohnen. Spezielle Websites mit den Sitzplänen (auf Englisch „seat map“) der meisten Airlines bieten sich an, um Vor- und Nachteile von bestimmten Plätzen genau zu bestimmen.
Früher war die Website Seatguru berühmt dafür – doch die gibt es nicht mehr. Seatmaps.com ist heute die wohl beliebteste Alternative. Dort gibt man die Flugnummer und den Flugtag ein, alternativ die Airline und den Flugzeugtyp oder anderen Informationen. Dann werden die Sitze im Flugzeug angezeigt, inklusive aller denkbaren Details. „Schlechtere“ Sitze werden mit der Angabe der Gründe farbig markiert. Solche Seat Maps können die Basis für die Entscheidung sein, ob sich die Investition in einen vorab gegen Gebühr reservierten Sitzplatz lohnt.
Redakteur Dominik Lelle
1,96 Meter, und ja, das merke ich bei jedem Flug. Mein Platz ist am Gang, immer, überall – nicht weil ich ihn mag, sondern weil mein Körper schlicht keine andere Wahl lässt. Zudem buche ich meistens einen Platz hinter der Tragfläche, leicht versetzt zur Mitte. Klingt seltsam, aber dort ist es statistisch ruhiger, was Turbulenzen betrifft.
Freie Mitarbeiterin Mia Schrader
Für alle, die das Fliegen als besonderes Erlebnis wahrnehmen und ihre Flugreise auf Bildern festhalten möchten, ist ein Fensterplatz definitiv die beste Wahl. Dabei lohnt es sich einen Sitz vor oder hinter den Tragflächen auszuwählen, sodass auf Fotos aus dem Fenster auch der Flügel zu sehen ist. Gerade bei Flügen in den Sonnenaufgang oder -untergang ergeben sich so eindrucksvolle Motive.

Online-Chefredakteurin Isabella Sauer
Mein Lieblingsplatz im Flugzeug ist eindeutig am Fest – möglichst im Bereich hinter der Tragfläche. Viele Reisende bevorzugen die Notausgangsreihen wegen der zusätzlichen Beinfreiheit. Für mich sind diese Plätze aber nicht ideal. Dort muss der Tisch häufig aus der Armlehne ausgeklappt werden und durch die Nähe zur Toilette oder Durchgängen ist oft mehr Bewegung in der Kabine. Manch einer steht dann immer gefühlt vor meinen Füßen.
Der Platz hinter der Tragfläche hat außerdem einen ganz persönlichen Reiz: Als Privatpilotin beobachte ich gern, wie sich die Landeklappen ausfahren oder sich die Maschine im Anflug verhält.
Auszubildende Anna-Milena Holtz
Wenn ich mir aussuche wo ich im Flugzeug sitze, entscheide ich mich in den meisten Fällen für den Fensterplatz. Nicht unbedingt, weil ich gerne rausschaue und Fotos mache, sondern weil es mir ein kleines Gefühl von Gemütlichkeit und Geborgenheit gibt, wenn man sich an die Flugzeugwand anlehnen und abschalten kann. Es wirkt fast so als hätte man dort einen kleinen Rückzugsort. Als kleinen Bonus gibt es dann natürlich noch die schöne Aussicht auf die ich mich auch immer wieder freue.
Redakteurin Astrid Röben
Wer mich im Flugzeug sucht, findet mich auf einem Gangplatz weit vorne im Flugzeug. Und das sowohl auf Geschäftsreisen als auch bei privaten Flügen. Geht’s mit der Familie in den Urlaub, überlasse ich meinen Liebsten gerne den freien Blick über die Wolken hinweg in den Horizont. Denn für mich, die beruflich viel fliegt, ist es ja ein gewohntes Bild. Was ich allerdings jedes Mal wieder genieße, auch wenn es selten vorkommt, ist ein Platz auf dem Jump Seat im Cockpit. Der Start in einer Boeing 777 bereitet mir nach wie vor Gänsehaut.

