Eine Ariane 64 soll am Mittwoch, 17. Juni, vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana 36 Amazon-Leo-Satelliten in ihren Orbit bringen. Der Start erfolgt erstmals mit vier neuen, stärkeren P160C-Feststoffboostern und ist im Zeitraum zwischen 8.53 und 9.22 Uhr Ortszeit (13.53 bis 14.22 Uhr MESZ) geplant. Die Satelliten sollen weniger als zwei Stunden nach dem Start in einer niedrigen Umlaufbahn in rund 465 Kilometern ausgesetzt werden.
Die Mission VA269 bzw. LE-03 ist der dritte von 18 geplanten Ariane-6-Starts für Amazon Leo. Es ist der insgesamt achte Start einer Ariane 6 seit ihrem Erstflug vor knapp zwei Jahren und der dritte in diesem Jahr.
Größer und mit mehr Treibstoff
Die neuen Feststoffbooster vom Typ 160C sind nach Angaben des europäischen Startdienstleisters Arianespace das erste größere Update der Ariane 6. Sie steigern die Leistungsfähigkeit der Schwerlastrakete. Bei VA269 kann die Ariane 6 deshalb vier Satelliten mehr mitnehmen als bei vorherigen Starts für Amazon Leo. Es ist die bislang schwerste Nutzlast, die je eine Ariane-Rakete ins All befördert hat, so Arianespace.
Die P160C-Booster gehören nach Angaben von Arianespace zu den weltweit größten einteiligen Feststoffraketenmotoren aus Kohlefaser. Sie sind mit 14,5 Metern einen Meter länger als die bisherigen P120C und können bis zu 156 Tonnen Treibstoff aufnehmen – 14 Tonnen mehr als das P120C. Dadurch weisen sie zehn Prozent mehr Leistung auf als ihre Vorgänger. Die Nutzlastkapazität der Ariane 6 steigt dadurch um etwa zwei Tonnen auf rund 22 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn.
Entwickelt wurde das P160C gemeinsam von ArianeGroup und Avio. Er soll künftig auch das P120C als erste Stufe der Vega-C ersetzen. Der Erstflug der kleineren europäischen Trägerrakete mit P160C ist für 2028 geplant.

