Die auf Prototypenbau und Sonderprojekte spezialisierte Firma Scaled baut seit Juli den ersten Demonstrator für JetZero in Mojave. Neben dem Demonstrator Jet1 mit 56,3 Metern Spannweite entsteht auch noch eine Cockpit-Testzelle für Druckversuche. Der Demonstrator Jet1 wird keine vollständige Druckkabine erhalten. Er ist ein Vorläufer des geplanten Nurflüglers Z4, der dann 64,9 Meter Spannweite aufweisen soll.
Jet1 als Vorläufer der Z4
Die Jet1 wird von zwei Pratt & Whitney PW2040 angetrieben. Ihre Nachfolgerin Z4 ist auf die Zulassung nach zivilen Luftfahrtstandards in den 2030er Jahren ausgelegt. Sie könnte als Passagierflugzeug rund 250 Fluggäste befördern. Wesentlicher Vorteil des Nurflügelkonzeptes ist der geringere Widerstand. Langfristig könnte die revolutionäre Formgebung den Kerosinverbrauch um 30 bis 50 Prozent, gegenüber herkömmlichen Rumpfröhre-Flügel-Auslegungen, senken.
Passagiere sitzen in anderen Kabinen
Nachteil der Nurflügler ist ihre schlechtere Skalierbarkeit, etwa als Flugzeugfamilie, und der bisher ungewohnte Innenraum, zwar mit viel Fläche aber vergleichsweise wenigen Fenstern in der Flügelvorderkante. Zu Zeiten analoger Flugsteuerungen galten Nurflügler als schwierig zu handhaben, was durch elektronische Flugsteuerungen weitgehend beseitigt werden konnte.
V-Leitwerk und neues Klappensystem
Dennoch hatte JetZero der Jet1 kürzlich ein zusätzliches V-Leitwerk verpasst. Außerdem wurde ein Direct-Lift-Control-System zur direkten Auftriebskontrolle ergänzt, mit dem das Flugzeug im Landeanflug ohne Veränderung des Anstellwinkels seinen Auftrieb verändern kann. JetZero tauscht sich bereits mit 15 Airlines über das neue Konzept aus und hat in einem originalgroßen Kabinenmodell in Los Angeles bereits Serviceabläufe mit Flugbegleitern und Simulatorflüge mit Airline-Piloten demonstriert. Die US Air Force finanziert die bisherige Entwicklungsarbeit mit, da sie auch für spätere, militärische Tank- und Transportflugzeuge relevant werden könnte.

