Der Rückflug aus den Ferien verlief für die Reisenden von British-Airways-Flug BA2673 aus Palma de Mallorca größtenteils normal. Erst nach der Landung merkten wohl die meisten, dass etwas nicht stimmte. Der Airbus A320 mit dem Kennzeichen G-GATS befand sich bereits im Endanflug auf London-Gatwick, als die Cockpitbesatzung ein Problem mit der Bugradsteuerung bemerkte.
Zunächst flog die Crew eine Warteschleife, bevor sie sich entschied, die Landung fortzusetzen. Der A320 setzte sicher auf der Piste auf, konnte diese anschließend jedoch wegen der Störung nicht mehr verlassen, berichtet das auf Zwischenfälle spezialisierte Portal Aviation Herald. Feuerwehr und Rettungskräfte rückten aus, die einzige in dieser Nacht verfügbare Start- und Landebahn musste gesperrt werden.
Flugzeuge näherten sich der Mindestreserve an Treibstoff
Die Auswirkungen ließen nicht lange auf sich warten. Flugzeuge aus beliebten Urlaubszielen wie Teneriffa, Lanzarote, Valencia, Rhodos, Athen, Rom, Bari oder Agadir mussten zunächst Warteschleifen fliegen. Andere wurden nach London-Heathrow, London-Luton, London-Stansted oder Birmingham umgeleitet. Insgesamt waren nach Angaben von Flugverfolgungsdiensten 14 Flüge von der kurzfristigen Pistensperrung betroffen.
Für einige Crews wurde die Situation zunehmend kritisch. Wer bereits längere Zeit auf die Landefreigabe gewartet hatte, näherte sich den vorgeschriebenen minimalen Treibstoffreserven. Neun Flugzeuge meldeten deshalb eine Treibstoffnotlage und erhielten Vorrang bei der Flugsicherung. Solche Meldungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Flugzeug unmittelbar in Gefahr ist. Sie signalisieren den Lotsinnen und Lotsen jedoch, dass kaum noch Spielraum für weitere Warteschleifen oder Umleitungen besteht.
Nur eine Landebahn in London-Gatwick
Gegen 1.30 Uhr konnte die Piste wieder freigegeben werden, nachdem der British-Airways-Flieger entfernt worden war. Der Flughafen bestätigte später, dass die Sperrung auf ein technisches Problem an dem Flugzeug zurückzuführen gewesen sei. British Airways erklärte, die Passagiere hätten den Airbus A320 nach der Landung regulär verlassen können.
Der Vorfall zeigt zugleich die Achillesferse von London-Gatwick. Anders als London-Heathrow verfügt der Flughafen London-Gatwick nur über eine regulär genutzte Start- und Landebahn. Fällt sie auch nur für kurze Zeit aus, geraten die Abläufe schnell aus dem Gleichgewicht – mit Warteschleifen, Umleitungen und im Extremfall Treibstoffnotlagen als Folge.
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