Der Name Honda steht hierzulande vor allem für fahrbare Untersätze mit zwei und vier Rädern. Jetzt feierte das Unternehmen das Jubiläum ihres erfolgreichen Einstiegs in die Business Aviation.
Vor zwanzig Jahren gründeten Führungskräfte der Honda Motor Co. eine neue Tochterfirma in den USA: die Honda Aircraft Company. Schon 2003 hatte der Prototyp seinen Erstflug absolviert, den dieses Unternehmen nun bauen sollte: das Geschäftsreiseflugzeug HondaJet.
Der Antrieb für das von Grund auf neu entwickelte Design stammte ebenfalls von Honda. Als Innovation gefeiert wurden die über den Flügeln angeordneten Triebwerke – auch wenn es diese Konfiguration mit der deutschen VFW 614 schon Jahrzehnte zuvor gab.
Wie der HondaJet den Durchbruch schaffte
2005 präsentierte Honda den Prototyp des HondaJet auf dem EAA AirVenture in Oshkosh. Die Besucher drängten sich begeistert um das Flugzeug und bewunderten das einzigartige Design. Ein Jahr später fiel die Entscheidung für Markteinführung und Firmengründung.
Um das HF120-Triebwerk für den neuen Lightjet HA-420 zu entwickeln und zu bauen, gründete Honda zusammen mit General Electric die GE Honda Aero Engines. Bei der Avionik ging Honda Aircraft neue Wege und unterstützte Garmin bei der Entwicklung der integrierten Avionik-Suite G3000. Sie ermöglichte dem Neuling in dieser Branche den Durchbruch im Markt für Businessjets.
Der HondaJet entwickelt sich weiter
Seit der FAA-Zulassung 2015 hat Honda Aircraft mehr als 275 HondaJets ausgeliefert und deren Leistungsfähigkeit kontinuierlich verbessert. Die aktuelle Version namens Elite II hat nun eine Reichweite von 2865 Kilometern (NBAA-IFR-Reichweite mit vier Insassen) und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 780 km/h. Außerdem ist sie mit dem Emergency-Autoland-System von Garmin ausgestattet.
Die auf den Flügeln montierten Triebwerke verlangsamen den Anstieg des Luftwiderstands bei hohen Geschwindigkeiten und ermöglichen so einen effizienten Reiseflug. Zugleich entstand so Platz im hinteren Kabinenbereich, der normalerweise von der Triebwerksaufhängung und den zugehörigen Systemen eingenommen würde. Der HondaJet verfügt über eine vollständig geschlossene Toilette mit Wasserspülung.
Honda Aircraft denkt größer
Auf der NBAA-Show im Oktober 2021 stellte Honda den nächsten Jet des Unternehmens vor, den größeren Jet „Concept 2600“, der inzwischen Echelon heißt. Als Light-Jet mit der Kabine eines Midsize-Jets wird er über
eine transkontinentale Reichweite verfügen.
Während die Montage der Komponenten für den ersten Echelon-Prototyp bereits in vollem Gange ist, ist Honda Aircraft nach 20 Jahren auf mehr als 1000 Mitarbeiter an seinem Hauptsitz am Piedmont Triad International Airport (KGSO) in North Carolina angewachsen.

