Mindestens 20 Eurofighter Typhoon, endmontiert bei BAE in Großbritannien, sollen ab 2030 die Reihen der türkischen Luftwaffe stärken. Einen entsprechenden Vertrag unterschrieb die Regierung der Türkei im Juli 2025. Vorangegangen waren zähe politische Verhandlungen, bei denen insbesondere Deutschland lange Zeit als Bremsklotz für das Milliardengeschäft mit Ankara agierte.
Bis die ersten Eurofighter mit der türkischen Kokarde abheben, wird es zwar noch etwas dauern – auch wenn die Türkei ergänzend plant, weitere 24 Exemplare aus Gebrauchtbeständen zu beschaffen. Die Ausbildung der ersten türkischen Kampfpiloten auf dem neuen Einsatzmuster startet gleichwohl schon jetzt – bei der Royal Air Force (RAF) in England.
Die RAF teilte hierzu am 14. September mit, die ersten beiden von planmäßig zehn Flugzeugführern der türkischen Luftwaffe hätten ihren Dienst bei der No. 29 Squadron auf dem Fliegerhorst Coningsby (Lincolnshire) angetreten. Das Geschwader fungiert als operative Umschulungseinheit und soll den “erfahrenen Kampfpiloten” aus der Türkei im praxisnahen Umfeld das Waffensystem Eurofighter nahebringen.
Vom Schüler zum Lehrer in zwölf Monaten
Insgesamt planen die Türkei und Großbritannien, zehn türkische Piloten direkt in Coningsby auszubilden. An die auf bis zu neun Monate festgelegte Umschulung schließt sich danach nahtlos eine Ausbilderschulung an, für die weitere drei Monate veranschlagt sind. “Nach Abschluss ihrer Ausbildungskurse werden die Piloten als Ausbilder bei der No. 29 Squadron bleiben, bis die Türkei ihre erste Lieferung neuer Eurofighter Typhoon erhält”, schreibt die RAF.
Später sollen die türkischen Kameraden in der Heimat selbst weitere Piloten auf dem Eurofighter ausbilden.
Eurofighter
Die Türkei unterschrieb im Sommer 2025 für 20 fabrikneue Eurofighter Typhoon Tranche 4, die allesamt bei BAE aus der Endmontage rollen werden.
Eurofighter “made in Britain”
Die Umschulung unter der Ägide der RAF ist Teil eines Programms, das Flugzeugbauer BAE Systems Anfang 2026 vorgestellt hatte. Neben den zehn türkischen Fluglehrern werden die Briten auch knapp 100 türkische Wartungstechniker auf dem Eurofighter Typhoon ausbilden.
Die 20 von der Türkei fest bestellten Eurofighter werden allesamt bei BAE in Warton (Lancashire) produziert. Das Rüstungsgeschäft, das neben den Kampfjets und dem Ausbildungsprogramm auch ein Waffenpaket sowie laufenden Support im Einsatzbetrieb umfasst, wird mit einem Gesamtwert von 9,35 Milliarden Euro (10,8 Milliarden US-Dollar) beziffert.

