In Kiew hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Vertretern des US-amerikanischen Rüstungsunternehmens Lockheed Martin getroffen. Als besonderes Geschenk gab es von Lockheed das Modell einer F-16 mit den Hoheitsabzeichen der Ukraine.
“Ihre Patriot-Systeme und F-16 spielen eine entscheidende Rolle bei der Abwehr russischer ballistischer Raketen sowie strahlgetriebener ‘Shahed’-Drohnen”, schrieb der Präsident auf X über Lockheed Martin.
Bei dem Gespräch ging es laut Selenskyj auch darum, wie Lieferungen von Lockheed ausgeweitet und aufgestockt werden könnten. Das Unternehmen fahre derzeit die Produktion von Abfangraketen für ballistische Flugkörper hoch.
“Zudem setzen wir alles daran, sicherzustellen, dass die Wartung und Instandsetzung der F-16 in der Ukraine erfolgen kann”, so Selenskyj weiter.
Ukrainische F-16 kaum einsatzbereit
Die Ukraine hat derzeit Mühe, ihre F-16-Flotte einsatzbereit zu halten. Laut Wall Street Journal steht mehr als die Hälfte der rund 37 gelieferten Jets wegen Wartungsstaus am Boden.
Oberst Jurij Tscherewaschenko, Vizechef der ukrainischen Luftwaffe, bestätigte am 6. Oktober vor einem Parlamentsausschuss, dass der Verschleiß enorm sei und die Ressourcen zur Neige gingen.
Die rund 40 Jahre alten Maschinen stammen aus europäischen NATO-Beständen, die Wartung übernimmt im Auftrag der USA die belgische Firma Sabena Aerospace Engineering.
Sie braucht für Arbeiten, die sonst zwei bis sechs Wochen dauern, bis zu 40 Wochen, und auch bei Ersatzteilen hakt es. Ohne Besserung könnten der Ukraine bis Jahresende die einsatzbereiten F-16 ausgehen. Entlastung sollen bis zu zehn belgische Jets sowie niederländische Hilfe bei Wartung, Ersatzteilen und Munition bringen.
Aus den Gesprächen mit Lockheed könnten sich allerdings auch andere Lösungen zur Wartung ergeben, wie Selenskyj in seinem Post auf X andeutete. Konkretes ist dazu noch nicht bekannt.

