UFO und Condor einigen sich auf einen neuen Manteltarifvertrag für Flugbegleiter. Ab 2027 gelten mehr freie Tage und neue Regeln für Bereitschaft.
Für das Kabinenpersonal der Condor gelten ab 2027 neue Regeln. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und die Ferienfluggesellschaft haben sich auf einen neuen Manteltarifvertrag geeinigt. Er tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und zielt vor allem auf verlässlichere Dienstpläne und besser geschützte freie Tage.
Was der neue Condor-Manteltarifvertrag ändert
Bislang arbeiteten die Crews bei Condor nach unterschiedlichen Regelwerken, abhängig davon, wann sie ins Unternehmen eingetreten waren. Diese Trennung entfällt: Künftig gilt ein gemeinsames Tarifwerk für die gesamte Kabine.
Inhaltlich geht es vor allem um Arbeits- und Ruhezeiten. Der Vertrag erhöht die Zahl der garantierten freien Tage und gibt den Beschäftigten mehr Möglichkeiten, eigene Wünsche in die Dienstplanung einzubringen. Die Dienstpläne selbst sollen stabiler werden. Neu geregelt werden außerdem die Bereitschaftsdienste, die im Alltag von Flugbegleitern fest dazugehören.
Belastung im Flugdienst: Condor-Manteltarifvertrag mit neuer Bewertung
Den größten Umbau gibt es bei der Frage, wie die Arbeitsbelastung an Bord bewertet wird. Die Tarifparteien haben das System grundlegend überarbeitet. Nach Darstellung der Gewerkschaft bildet es die tatsächliche Arbeit in der Kabine nun deutlich realistischer ab. Konkrete Werte nennt die UFO in ihrer Mitteilung nicht.
UFO-Vorstandsmitglied Mohammad Sotoudeh stellt vor allem die planbare Freizeit in den Vordergrund. Wer mit ständig wechselnden Einsatzzeiten arbeite, wisse einen verlässlichen Dienstplan besonders zu schätzen, so Sotoudeh. Gleichzeitig soll der Vertrag dem Unternehmen die Flexibilität lassen, die der Flugbetrieb erfordert.
Manteltarifvertrag bei Condor unter wirtschaftlichem Druck
Bis zur Unterschrift war es ein langer Weg. Ausgangspunkt waren eine Befragung der UFO-Mitglieder und ein umfangreicher Forderungskatalog der Gewerkschaft. Im Februar 2026 einigten sich beide Seiten zunächst auf ein Eckpunktepapier, danach begannen die Verhandlungen über den endgültigen Vertragstext.
Diese Phase fiel in eine schwierige Zeit für die Branche. Deutlich gestiegene Kerosinpreise sowie hohe staatliche Steuern und Gebühren belasten die Airlines in Deutschland und schränken ihren finanziellen Spielraum ein. Condor muss sich in diesem Umfeld behaupten, während sie ihr Streckennetz erweitert und eigene Zubringerverbindungen betreibt. Dass die Tarifparteien dennoch zu einer Einigung gefunden haben, wertet die UFO als Beleg dafür, dass Abschlüsse auch unter wirtschaftlichem Druck möglich sind.
Was das für die Crews bedeutet
Über die Arbeitszeitregeln hinaus verbindet die Gewerkschaft mit dem Ergebnis eine Perspektive für die Belegschaft: Bestehende Arbeitsplätze sollen gesichert werden, weitere Neueinstellungen stellt sie in Aussicht. Sotoudeh würdigte zudem die Arbeit des Verhandlungsteams, das unter schwierigen Bedingungen über lange Zeit an sehr komplexen Fragen gearbeitet habe.
Wie stark sich die neuen Regeln im Kabinenalltag bemerkbar machen, zeigt sich mit den ersten Dienstplänen ab Januar 2027.

