In der Center-Wing-Assembly-Line am Lockheed-Martin-Standort in Marietta, Georgia, arbeitet der Hersteller gerade am größten Einzelbauteil des ersten Schweizer Tarnkappenjets, wie die Schweizer Regierung bekannt gab. Die Wingbox macht rund 25 Prozent des Rumpfes aus und bildet später den Befestigungspunkt für die Tragflächen.
Die F-35-Produktion laufe derzeit fünfmal schneller als bei jedem anderen alliierten Kampfjet, erklärt Lockheed in der Mitteilung über den Produktionsstand. In den vergangenen Jahren kamen die F-35-Auslieferungen trotzdem oftmals zu spät.
Auslieferung ab Mitte 2027
Laut aktuellem Zeitplan sollen die ersten acht Schweizer F-35A Mitte 2027 an die Ebbing Air National Guard Base in Arkansas geliefert werden. Die Maschinen werden dort zunächst für die Pilotenausbildung eingesetzt. Genauso machen es Singapur, Polen, Finnland und Deutschland. In ihrem neuen Heimatland sollen die ersten F-35A ab 2028 stationiert werden.
Holprige Beschaffung
In den vergangenen Monaten waren die Nachrichten um das Schweizer F-35-Programm weniger positiv. Im März 2026 hatte der Schweizer Bundesrat entschieden, statt der ursprünglich geplanten 36 Maschinen voraussichtlich nur noch 30 F-35A zu beschaffen. Auf einen dafür notwendigen Zusatzkredit von rund 1,1 Milliarden Franken wurde verzichtet.
Die Beschaffung soll damit innerhalb des vom Volk 2020 genehmigten Finanzrahmens von maximal sechs Milliarden Franken bleiben. Lockheed Martin hatte die Kosten für die Jets drastisch erhöht.
Lockheed Martin/Thinh D. Nguyen
Die erste fertige Maschine wird zunächst zur Pilotenausbildung in den USA bleiben.
Die USA machen gegenüber Bern Mehrkosten geltend, sodass trotz der reduzierten Stückzahl mehr Geld fließt als ursprünglich kalkuliert. Spätestens 2027 muss die Schweiz gegenüber Washington die definitive Bestellmenge festlegen, um ihre reservierten Produktionsslots zu sichern.
Der Bundesrat räumte selbst ein, dass 30 Maschinen deutlich unter dem liegen, was Experten für eine glaubwürdige Luftverteidigung für nötig halten. Eine interne Fachgruppe des Verteidigungsdepartements hatte zuletzt 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge empfohlen. Eine Alternative hat die Regierung bisher nicht gefunden.

