Über zehn Jahre war ein Parkplatz am Flughafen Köln/Bonn zwischen Terminal 2 und dem Parkhaus P3 das Zuhause eines ganz besonderen Flugzeugs: des Airbus A300 des Betreibers Air Zero G. Gebaut wurde er mit der Seriennummer 003 1973. Es diente Airbus bis 1996 als Testflugzeug. Dann kaufte die nationale Raumfahrtbehörde Frankreichs CMES und ließ es für Parabelflüge zur Schwerelosigkeitssimulation umbauen, die unter dem Namen Air Zero G vermarktet wurden.
Letzter Airbus-A300-Prototyp wird zerlegt
Im Vergleich zu den ersten beiden Prototypen des Airbus A300 von Air Zero G mit 43 Jahren ein langes Leben. Die ersten beiden Exemplare mit den Werknummern 001 und 002 waren noch 2,65 Meter kürzer als die spätere Serienversion, wurden beide schon Anfang der 1980er-Jahre verschrottet. Immerhin blieb vom allerersten Airbus A300 etwas übrig: Eine Rumpfsektion und das Höhenleitwerk stehen heute als Exponate im Deutschen Museum in München.
Nun hat auch der Kölner Ur-Airbus ausgedient und seine letzte Reise angetreten. Laut einer Sprecherin begannen die Arbeiten im Mai und sollen Ende Juli abgeschlossen sein. Der Flughafen Köln/Bonn hat die belgische Firma Parts Care mit dem Rückbau beauftragt. Laut dem Portal Aerobuzz ist es das erste eigene Projekt dieser Größenordnung für die belgische Firma. Der Plan sieht vor, 70 bis 80 Prozent der Flugzeugteile zu recyceln.
Air-Zero-G wird zur Grillstation
Bevor der A300 zerlegt wurde, wurden die Triebwerke ausgebaut und in den USA aufbereitet, um künftig als Ersatzteile zu dienen. Das vollständig erhaltene Cockpit hat das DLR für die weitere Nutzung übernommen. Parts Care ist darauf spezialisiert, kleinere ausgemusterte Businessjets zu recyceln und aus den Rümpfen etwa Möbel für den Innen- und Außenbereich zu fertigen, außerdem Grill-Stationen, Bilderrahmen und Anhänger. Interessenten können sich an die Firma wenden.
Auch das Deutsche Museum in München bekommt wieder etwas ab: Einige Bauteile der Tragfläche des Air-Zero-G-A300 gehen dorthin. Ein Stück vom Airbus soll auch weiterhin am Flughafen Köln/Bonn zu sehen sein. Wie eine Sprecherin mitteilt, soll das Heck erhalten bleiben und voraussichtlich am Flughafen ausgestellt werden. «Darüber hinaus ist geplant, aus kleineren Bauteilen des Zero-G-Erinnerungsstücke für den Köln Bonn Airport anzufertigen», so die Sprecherin weiter
Flugzeug wird vor Ort zerlegt
Anders als bei kleineren Flugzeugen wird die Maschine im Freien mit Kran und Bandsäge zerlegt. Anschließend werden die einzelnen Teile ins klimakontrollierte Lager von Parts Care in Belgien transportiert und dort zu Möbeln umgebaut.
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