Im Iran hat man seit Jahren Erfahrung mit russischen Hubschraubern aus der legendären Mi-8-Serie. Rund 40 Exemplare der gegenwärtigen Exportversion Mi-171 sind laut Angaben des russischen Staatskonzerns Rostec in unterschiedlichen Rollen im Iran im Einsatz. Sie fliegen unter anderem bei der iranischen Marine und bei den Revolutionsgarden, aber auch im Löscheinsatz für die Feuerwehr und als Rettungshubschrauber beim iranischen Roten Halbmond. Die bislang letzte Mi-171-Lieferung an den Iran datiert aus dem Jahr 2024.
Ab dem kommenden Jahr sollen nun weitere 21 Mi-171 für den Roten Halbmond hinzukommen. Das gab die Rostec-Hubschraubertochter Russian Helicopters in einer Pressemitteilung bekannt – und veröffentlichte als Ergänzung dazu ein Foto der entsprechenden Vertragsunterzeichnung. Die Hubschrauber sollen im Iran für medizinische Einsätze, Transporte und “andere wichtige soziale Aufgaben” eingesetzt werden, so Russian Helicopters weiter.
“Heute wurden die Dokumente für die Lieferung von 21 Mi-171-Hubschraubern an den Nationalen Roten Halbmond der Islamischen Republik Iran unterzeichnet”, sagte Russian Helicopters-Geschäftsführer Nikolai Kolesow. “Die Auslieferung der ersten Hubschrauber an den Kunden ist für das 2027 geplant.”
Iran ohne Alternative
Kolesow betonte, dass der Iran ein langjähriger Partner Russlands in der Luftfahrt sei und Dutzende russischer Fluggeräte für “wichtige Wirtschaftszweige” betreibe. Die Mi-171 hätten sich im Iran in der Praxis bewährt und dabei auch ihre Eignung für Einsätze in hoch gelegenen Regionen des Landes unter Beweis gestellt.
Auf der anderen Seite bleibt den Iranern auch kaum eine Alternative zu russischen Drehflüglern – sanktionsbedingt können sie weder in den USA noch in Europa neue Hubschrauber einkaufen und in China ist diese Sparte der Luftfahrtindustrie noch nicht so breit aufgestellt. Die Mi-171 aus Russland hingegen ist ein bewährtes, ausgereiftes und mannigfach erprobtes Muster, mit dem man zudem bereits Erfahrung hat.
Rostec
Mit der Mi-171A3 bietet Russian Helicopters erstmals auch eine auf Offshore-Einsätze spezialisierte Mi-8-Variante ohne importierte Komponenten an. Die ersten Exemplare gingen im Juni an Gazprom.
Hubschrauber-Bestseller aus Russland
Die Mi-171 ist die aktuell produzierte (und auch im Inland verkaufte) Exportversion der Mi-8-Familie, von der in den vergangenen gut sechs Jahrzehnten mehr als 13.000 Exemplare gebaut und in rund 80 Länder geliefert wurden. Bei den heutigen Mi-8-Varianten kommen, im Vergleich zu früheren Ausführungen, verstärkt Verbundwerkstoffe und moderne Avionik sowie leistungsgesteigerte Motoren zum Einsatz.
Gebaut werden die heutigen Mi-8 und Mi-171 in den Flugzeugwerken 387 (Kasan) und 99 (Ulan-Ude). Die Exemplare für den Iran werden in Ulan-Ude aus der Montagehalle rollen.

