Verwechselter Hebel löst Triebwerksausfall aus
Auf der Will Rogers Air National Guard Base findet die Ausbildung der Skyraider-II-Crews statt. An Bord des Flugzeugs waren ein ziviler Fluglehrer als Ausbilder und ein aktiver Soldat, der noch an der Maschine ausgebildet wurde. Ziel war eine Übungsroute zu drei regionalen Flughäfen mit Schwerpunkt auf Instrumentenanflügen.
Kurz nach dem Start verlief noch alles planmäßig. Jedenfalls bis der Fluglehrer den angehenden Piloten anwies, routinemäßig das Kraftstoffventil im Rumpftank zu öffnen.
Statt des silbern markierten Hebels für den Rumpftank griff der Pilot zum roten Notabsperrventil. Damit unterbrach er die Treibstoffzufuhr zum Triebwerk vollständig.
Fehler nicht gemeldet
Der Pilot bemerkte den Fehler nach einigen Sekunden und drehte das Ventil zurück. Den Fluglehrer informierte er, wie aus dem Untersuchungsbericht hervorgeht, darüber nicht. Zeitgleich hatte er versucht, Probleme an seiner Kommunikationsausrüstung zu lösen.
Kurz darauf meldeten die Bordsysteme mehrere Warnungen. Zunächst eine Anzeige zum Kraftstofffilter, dann niedriger Kraftstoffdruck, schließlich die Aufforderung, sämtliche Triebwerksparameter zu prüfen.
Der Fluglehrer übernahm die Steuerung und versuchte zunächst, über eine Override-Funktion der Kraftstoffregeleinheit gegenzusteuern. Er ging zu diesem Zeitpunkt von einem technischen Defekt aus, nicht von einer Fehlbedienung, heißt es in dem Bericht. Die Antriebsleistung brach in der Folge rapide ein, binnen weniger Sekunden sank die Verdichterdrehzahl unter 50 Prozent.
Notlandung im freien Feld
Um 14:40 Uhr Ortszeit setzte die Besatzung einen Mayday-Funkspruch ab. Kurz darauf landete das Flugzeug ungeplant auf einem Feld. Bei der Notlandung streifte die Maschine einen Baum, mehrere Straßenschilder, Stromleitungsmasten und einen Stacheldrahtzaun.
Die zweiköpfige Besatzung blieb unverletzt. Die Maschine wurde zerstört – rund 18 Millionen Dollar Sachschaden, inklusive der Straßenschilder.
Drei Mitursachen für den Absturz
Der Untersuchungsbericht benennt die unbeabsichtigte Betätigung des Notabsperrventils als unmittelbare Unfallursache. Als wesentlich mitverantwortlich identifizierten die Ermittler drei weitere Faktoren.
Erstens eine Überlastung des Piloten durch gleichzeitige Aufgaben, vom Höhenausgleich über die Leistungseinstellung bis zur Fehlerbehebung an der Kommunikationsausrüstung.
Zweitens Kommunikationsprobleme und eine unzureichende Absprache innerhalb der Besatzung, die dazu führten, dass der Fluglehrer nicht erfuhr, dass das Ventil zwischenzeitlich geschlossen und wieder geöffnet worden war.
Drittens eine unzureichende Priorisierung der Aufgaben: Die Besatzung konzentrierte sich auf die Notlandung, anstatt zunächst etablierte Notfallverfahren zur Wiederherstellung der Triebwerksleistung durchzuführen, für die nach Einschätzung der Ermittler ausreichend Zeit und Höhe vorhanden gewesen wäre.
Der Bericht verweist zudem auf einen konstruktiven Aspekt, der den Fehler begünstigt haben könnte: Im vorderen Cockpit der OA-1K liegen der Hebel für den Rumpftank und das Notabsperrventil nahe beieinander.
Seit gut einem Jahr im Dienst
Im April 2025 übernahm das Special Operations Command auf dem Stützpunkt Hurlburt Field in Florida die erste voll ausgerüstete OA-1K. Die Maschine basiert auf dem Agrarflugzeug Air Tractor AT-802 und ist dafür gedacht, Spezialeinheiten von abgelegenen Landebahnen aus mit Luftunterstützung zu versorgen. Die kleine Skyraider II bietet den Vorteil, dass sie sich unkompliziert mit Transportflugzeugen verlegen lässt.
Gegenüber anderen Kampfflugzeugen punktet die OA-1K mit geringem Wartungsaufwand und niedrigen Betriebskosten. AFSOC-Kommandeur General Michael Conley betonte bei der Übergabefeier, das Flugzeug stehe sinnbildlich für die Beweglichkeit und Einsatzbereitschaft seines Kommandos.
Cockpit und Triebwerk der Maschine sind für den Kampfeinsatz gepanzert. Die verstärkte Struktur des Flugzeugs erlaubt außerdem das Mitführen von bis zu 2,7 Tonnen Nutzlast an acht Außenstationen.
Auch vor der spektakulären Notlandung war das Programm nicht frei von Problemen. Denn die erste Serienmaschine sollte eigentlich 2024, also gut anderthalb Jahre früher, ausgeliefert werden. Zudem hat das Pentagon die Gesamtbestellung von ursprünglich 75 auf nun 62 Maschinen gekürzt.

