Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB wirft Ryanair-Chef Michael O’Leary vor, mit öffentlichen Äußerungen zum Zwischenfall einer Boeing 737-800 gegen internationale Regeln für Flugunfalluntersuchungen verstoßen zu haben. O’Leary hatte nach dem Vorfall erklärt, erste Hinweise deuteten auf einen Fremdkörperschaden am Triebwerk hin und Alter oder Wartung des Flugzeugs seien nicht die Ursache gewesen.
Die NTSB leitet die Untersuchung des Vorfalls vom 10. Juli auf einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen im Auftrag der griechischen Behörden. Nach einem unkontrollierten Triebwerksschaden hatten Trümmer ein Kabinenfenster getroffen und eine explosive Dekompression ausgelöst.
Ein 61-jähriger Passagier wurde dabei teilweise aus dem Fenster gezogen, erlitt aber keine schweren Verletzungen. Die Behörde betont, mögliche Ursachen seien noch nicht ausgeschlossen. Nach den Regeln des Icao-Anhangs 13 dürften akkreditierte Vertreter wie Ryanair während einer laufenden Untersuchung keine Einschätzungen zur Unfallursache veröffentlichen. Die betroffene Boeing 737 bleibt vorerst am Boden.

