Am Dienstagvormittag soll die erste A350F, Werknummer MSN700, gegen 10.30 Uhr zum Erstflug starten. Das Wetter in Toulouse am Airbus-Auslieferungszentrum ist derzeit trocken mit guter Sicht und ausreichend hoher Wolkenuntergrenze. Lediglich der Wind ist relativ stark, aber noch erstflugtauglich.
Frachtraumvolumen einer 747-400F
MSN700 steht derzeit am Flugtestzentrum und wird auf den Erstflug vorbereitet. Wegen der neuen Rumpflänge, man könnte sagen, eine A350-900-Vorderseite wurde mit einer A350-1000-Hinterseite kombiniert, verändern sich die aerodynamischen Eigenschaften der neuen Version gegenüber ihren Passagierbrüdern. Die neue Rumpflänge verschafft dem Frachter das gleiche Laderaumvolumen, wie es eine Boeing 747-400F hat. Diesen klassischen Frachter soll der sparsame, nur noch zweistrahlige, Leichtbaufrachter A350F ablösen.
Airbus hat die Flugeigenschaften, sie betreffen auch das Rollen und Lenken am Boden, bereits ausführlich bei 13 simulierten Testflügen im Simulator überprüft. Für die Zulassung der A350F sind aber noch einmal 400 reale Flugstunden geplant.
Manueller Start im “Direct Law”
Der Erstflug beginnt heute zunächst im “Direct Law” der Computersteuerung, also im direkten Modus, ohne Filterung der Piloteneingaben durch die Computer. Später wird dann das für den späteren Flugbetrieb übliche, “Normal Law” eingeschaltet.
An Bord sind zwei Testpiloten, ein Test Flight Engineer (für das Testflugzeug und dessen technische Konfiguration) und zwei Flight Test Engineers (für die Steuerung der eigentlichen Flugtests). Letztere sitzen an einer neuen Konsole im Bugraum hinter dem Cockpit, aber noch vor der neuen Schutzbarriere zum Frachtraum.

