Die Bundesregierung erlaubt Emirates künftig Flüge zum BER – begrenzt auf sieben pro Woche. Lufthansa kritisiert die Entscheidung.
Nach Jahren des Ringens ist es entschieden: Emirates erhält Verkehrsrechte für den Flughafen Berlin-Brandenburg. Das geht aus einer Mitteilung der Bundesregierung hervor, die im Zuge eines Besuchs des VAE-Präsidenten Scheich Mohammed bin Sajid in Deutschland veröffentlicht wurde. Zusätzlich zu den vier bestehenden deutschen Zielen der Airline – Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg – darf Emirates künftig einen fünften Flughafen im Land bedienen.
Zwar wird der BER in der offiziellen Mitteilung nicht namentlich genannt, doch die Fluggesellschaft hatte ihr Interesse an einer Anbindung Schönefelds seit Langem deutlich gemacht. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) begrenzte die Erlaubnis auf maximal sieben zusätzliche Flüge pro Woche. Ausdrücklich ausgeschlossen bleiben Verbindungen zwischen dem neuen deutschen Startpunkt und Drittstaaten. Emirates darf also ausschließlich zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten pendeln.
Emirates am BER: Politik in Berlin und Brandenburg reagiert erfreut
Sowohl der Berliner Senat als auch die Brandenburger Landesregierung begrüßten den Schritt. Aus Sicht Brandenburgs seien damit die Voraussetzungen für eine regelmäßige Verbindung geschaffen, die der Hauptstadtregion eine bessere Anbindung an eines der bedeutendsten Luftfahrtdrehkreuze der Welt verschaffe. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach davon, dass tägliche Langstreckenflüge nach Dubai zwei wachsende Wirtschaftsregionen näher zusammenbringen würden.
Der Besuch des Scheichs fiel dabei in eine Phase, in der das Thema zusätzliche BER-Langstreckenflüge auch im Berliner Wahlkampf zum Abgeordnetenhaus am 20. September präsent war. Die Spitzenkandidaten aller großen Parteien hatten sich für einen Ausbau ausgesprochen. Bereits im Februar hatte die Bundesregierung erstmals Bereitschaft signalisiert, Emirates entsprechende Rechte einzuräumen.
Lufthansa kritisiert Entscheidung zu Emirates-Verkehrsrechten
Nicht alle Reaktionen fielen positiv aus. Die Lufthansa Group, die sich seit Langem gegen eine Ausweitung der Emirates-Rechte in Deutschland stemmt, übte scharfe Kritik. Die Ausweitung verschiebe Wertschöpfung und Arbeitsplätze an den Golf und verschärfe die Wettbewerbsverzerrung, hieß es von einer Konzernsprecherin. Zudem gefährde die Entscheidung die ohnehin angespannte Lage bei innerdeutschen Zubringerstrecken zu den heimischen Drehkreuzen.
Emirates-Chef Tim Clark hatte im Juni, kurz vor der ILA 2026 in Berlin, bereits Zuversicht geäußert und angekündigt, man werde nun tatsächlich nach Berlin kommen, nach mehreren gescheiterten Anläufen bei früheren Bundesregierungen.
Emirates trifft auf bestehende Konkurrenz
Mit der neuen Genehmigung kann Emirates den BER an ihr Drehkreuz in Dubai anbinden und Reisenden damit zahlreiche Anschlussmöglichkeiten zu weiteren internationalen Zielen eröffnen. Ein Alleinstellungsmerkmal wird die Verbindung jedoch nicht sein: Bereits im kommenden Winterflugplan bieten sowohl Condor ab dem 25. Oktober als auch Eurowings ab dem 1. November eigene Direktflüge zwischen Berlin und Dubai an. Wann genau Emirates ihre eigene Verbindung aufnimmt, ist derzeit noch offen.

