Während der europäische Luftverkehr weiter kräftig wächst, stagniert die Entwicklung in Deutschland. Von Juni bis November 2026 steigt das Sitzplatzangebot in Europa im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent und liegt mit 111 Prozent bereits deutlich über dem Niveau von 2019. Besonders stark wachsen die europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines wie Ryanair, Easyjet oder Wizz Air. Sie stellen inzwischen 42 Prozent aller angebotenen Sitze und erreichen im Vergleich zu 2019 eine Erholungsrate von 134 Prozent, so neue Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL.
Deutschland kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Die Bundesrepublik liegt insgesamt bei 92 Prozent. Das Sitzplatzangebot wächst gegenüber dem Vorjahr nicht mehr und bleibt deutlich hinter dem europäischen Trend zurück. Vor allem bei den Punkt-zu-Punkt-Airlines ist der Rückstand groß: Das Angebot liegt inzwischen 56 Prozentpunkte unter dem Niveau der übrigen europäischen Länder. Ihr Marktanteil beträgt in Deutschland lediglich 29 Prozent.
Auch die Netzwerk-Airlines entwickeln sich gemäß BDL schwächer. Europäische Netzwerk-Carrier erreichen hierzulande nur 81 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019. Sowohl bei europäischen als auch bei interkontinentalen Fluggesellschaften gehen die Kapazitäten im Vergleich zum Vorjahr zurück. Als Ursache werden unter anderem hohe Standortkosten und steigende Treibstoffpreise genannt.
Lediglich Ferienfluggesellschaften entwickeln sich überdurchschnittlich. Sie liegen mit 133 Prozent deutlich über dem Niveau von 2019 und kommen auf einen Marktanteil von 18 Prozent. Im übrigen Europa setzt sich das Wachstum dagegen nahezu ungebremst fort. Dort erreicht das gesamte Sitzplatzangebot bereits 116 Prozent des Vorkrisenniveaus.

