Bilder vom Flughafen Mehrabad in Teheran zeigen ein besonderes Flugzeug-Comeback. Eine Boeing 707-300, frisch lackiert in einheitlichem Grau und mit iranischer Flagge am Heck, startet unter dem Getöse ihrer vier antiken und rauchstarken JT3D-Turbofans zu ihrem ersten Flug nach über 13 Jahren. Seit April 2013 war der Jet-Oldtimer mit der militärischen Kennung 5-8309 in Teheran geparkt gewesen – nun soll er bei der iranischen Luftwaffe als Personal-Shuttle wieder seinen Dienst aufnehmen.
Die 1976 im Boeing-Werk Renton gebaute 707 ersetzt nach Informationen aus dem Iran die ungefähr gleich alte Schwestermaschine 5-8308 in dieser Rolle, deren Zelle das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat. Die Instandsetzung der 5-8309 soll bereits im Jahr 2022 begonnen haben und kam vor Kurzem zu ihrem Abschluss, trotz des von den USA und Israel ab 28. Februar geführten Krieges gegen den Iran.
Auffällig ist das neue Farbschema der alten Boeing, das zuvor noch kein anderes Flugzeug der iranischen Luftstreitkräfte erhalten hat. Der graue Teint mit der schwarzen Nase ähnelt stark der Lackierung, die die israelische Luftwaffe ebenfalls für Teile ihrer Boeing 707-Flotte nutzt.
Lackiert wie ein israelisches Flugzeug
Auch die KC-135 Stratotanker der US Air Force tragen einen ähnlichen Anstrich. Was die iranische Militärführung damit bezweckt, ist unklar – zufällig dürfte man das Design allerdings nicht gewählt haben.
Während Israel und die USA ihre 707-Derivate nicht nur für den Personentransport, sondern in erster Linie als Tankflugzeuge nutzen, fehlt der iranischen 5-8309 diese Fähigkeit, da sie weder über einen zentralen Tankausleger am Heck (Boom) noch über ein Schlauch- und Trichter-System verfügt.
Das war ironischerweise nicht immer so, denn ursprünglich wurde das Flugzeug mit der Seriennummer 21125 von Haus aus als Tanker für die Kaiserliche Iranische Luftwaffe von Schah Mohammad Reza Pahlavi gebaut. In dieser Rolle flog die 707 auch nach der Islamischen Revolution 1979 weiter – bis sie Anfang der 90er Jahre ihrer Luftbetankungsausrüstung entledigt und zum Passagierjet umgebaut wurde.
Khashayar Talebzadeh (GFDL 1.2)
Mit dem Kennzeichen EP-SHV flog die jetzt reaktivierte Boeing 707 ab Anfang der 90er Jahre bis 2013 für Saha Air im zivilen Passagierdienst.
Kastrierter Tanker im Zivildienst
In der Folgezeit machte sie mit dem zivilen Kennzeichen EP-SHV Karriere im Linienverkehr bei Saha Airlines, blieb formell allerdings stets im Eigentum der iranischen Luftwaffe. Als Saha Air den Betrieb im April 2013 überraschend einstellte, blieb die EP-SHV dauerhaft am Boden und wurde stillgelegt – auch das Comeback der Fluggesellschaft Ende 2016 änderte daran nichts.
Für ihre nun geglückte Rückkehr an den Himmel erhielt die 707 schließlich die alte Militärkennung 5-8309 zurück.

