Fraport zählt nach neun Monaten mehr Passagiere als 2019. Das Wachstum kommt aus dem Ausland, Frankfurt tritt auf der Stelle.
Fraport hat in den ersten neun Monaten 2026 erstmals mehr Fluggäste abgefertigt als vor der Pandemie, allerdings nicht dank seines Heimatflughafens. Rund 146 Millionen Passagiere zählte der Konzern an seinen Airports weltweit, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als 2019. Das Wachstum kam fast ausschließlich aus dem Ausland. Frankfurt blieb mit 47,5 Millionen Fluggästen knapp unter dem Vorjahreswert (minus 0,2 Prozent).
Fraport-Bilanz: Auslandsflughäfen liefern das Wachstum
Die stärksten Impulse kamen aus Südosteuropa und Südamerika. Die griechischen Flughäfen legten um 5,1 Prozent zu und erreichten damit einen neuen Höchstwert, ebenso wie das Drehkreuz im peruanischen Lima mit einem Plus von 2,8 Prozent. Noch kräftiger wuchsen Ljubljana (plus 15,7 Prozent), die brasilianischen Standorte (plus 9,1 Prozent) und die Flughäfen in Bulgarien (plus 6,1 Prozent). Ljubljana und Brasilien liegen nach Angaben von Vorstandschef Stefan Schulte inzwischen nur noch knapp unter dem Aufkommen von 2019.
Passagierzahlen in Frankfurt: Standortkosten und CityLine-Aus bremsen
In Frankfurt sieht Schulte zwei Bremsklötze: die aus seiner Sicht zu hohen staatlichen Standortkosten und das geschrumpfte Angebot nach der Schließung der Lufthansa-Tochter CityLine. Operativ lief es am größten deutschen Flughafen dagegen gut. In der Sommerreisezeit lag die Pünktlichkeit rund sechs Prozentpunkte über dem Vorjahr. Mit knapp 74 Prozent pünktlichen Flügen schnitt Frankfurt besser ab als die Drehkreuze Amsterdam, Paris und Madrid.
Fraport mit Bestwert beim operativen Ergebnis
Der Umsatz stieg um 3,8 Prozent auf 3.466,0 Millionen Euro. Rechnet man die Erlöse aus Ausbauinvestitionen bei den internationalen Beteiligungen heraus, ergibt sich ein Plus von 4,7 Prozent auf 3.350,1 Millionen Euro. Den größten Zuwachs steuerten Fraport Greece mit 39,3 Millionen Euro und Lima mit 33,9 Millionen Euro bei.
Das EBITDA erreichte mit 1.178 Millionen Euro einen neuen Höchstwert, ein Plus von 2,0 Prozent. Bemerkenswert ist das, weil das Vorjahr durch einen Sondereffekt von 50 Millionen Euro auf der Kostenseite entlastet war. Das Auslandsgeschäft gewinnt dabei weiter an Gewicht: Sein Anteil am EBITDA stieg von 43 auf 48 Prozent, im dritten Quartal allein sogar auf 54 Prozent (Q3 2025: 47 Prozent).
Fraport-Konzernergebnis sinkt deutlich
Unter dem Strich verdiente Fraport weniger. Das Konzernergebnis fiel um 28,8 Prozent auf 314,5 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie von 4,30 auf 2,95 Euro. Hauptgründe sind höhere Zinsen und Abschreibungen, nachdem die großen Ausbauprojekte in Lima und Frankfurt abgeschlossen wurden. Weil diese Investitionen nun wegfallen, hat sich der Free Cash Flow nahezu verdoppelt: Er stieg um 93,4 Prozent auf rund 93 Millionen Euro.
Prognose 2026: Fraport bestätigt Ausblick
Trotz des Konflikts im Nahen Osten und stark gestiegener Kerosinpreise hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest. Im Konzern erwartet Fraport weiter steigende Passagierzahlen, für Frankfurt ein Aufkommen etwa auf Vorjahresniveau. Das EBITDA soll auf bis zu 1,5 Milliarden Euro klettern (2025: 1,44 Milliarden Euro). Beim Konzernergebnis rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Rückgang auf 300 bis 400 Millionen Euro, nach 468,1 Millionen Euro im Vorjahr.

