Der indische Airline-Verband Federation of Indian Airlines forderte in einem Schreiben an das Ministerium für zivile Luftfahrt Indiens, dass die Regierung dem notleidenden Sektor Hilfe leisten solle. Der Betriebskostenanteil für Treibstoff habe sich bei den Airlines Indiens durch den Golfkrieg von zuvor 30 bis 40 Prozent auf 55 bis 60 Prozent erhöht. Damit bestehe bei vielen Fluggesellschaften keine rentable Betriebsmöglichkeit mehr. Dem Branchenverband FIA gehören große Airlines wie Air India, IndiGo und SpiceJet an.
Airlines sind finanziell schon fast am Ende
Die FIA forderte dringende Hilfe der Regierung an, um den Flugbetrieb fortsetzen zu können. Die indische Branche stehe bereits jetzt unter extremem Druck und es drohe eine sofortige Betriebseinstellung. Die beispiellosen Kostensteigerungen hätten bei den Airlines zu signifikanten Verlusten im Monat April geführt. Der Preissprung seit dem Beginn des neuen Golfkriegs entspreche für die indischen Airlines einer Steigerung um 295 Prozent. Die zugleich schwache Kursentwicklung der indischen Rupie mache für indische Airlines die Lage dabei noch schwieriger. Damit lägen die indischen Treibstoffpreise für indische Airlines noch über der sonstigen Situation am Weltmarkt.
Steuer auf Inlandskerosin und Mehrwertsteuer aussetzen?
Als Lösung schlagen die indischen Airlines mehrere Empfehlungen vor: Eine feste Vorgabe für die zu erzeugenden Kerosin-Anteile bei der Treibstofferzeugung aus Rohöl in den Raffinerien, das sogenannte Crack Band. Damit würde Indiens Kerosinmenge steigen. Außerdem ein Aussetzen der staatlichen Verbrauchssteuer auf Kerosin und schließlich eine zeitweilige Aussetzung der indischen Mehrwertsteuer auf Kerosin für Inlandsflüge. Diese Abgabe liegt derzeit bei elf Prozent. In luftfahrtaffinen Ballungsräumen wie Mumbai, Bangalore, Hyderabad und Kolkata kann diese Mehrwertsteuer sogar, etwa in den Bundesstaaten Delhi und Tamil Nadu, bei 16 bis 20 Prozent liegen.

