
Aktuell betreiben die Italiener rund 100 Flugzeuge, darunter 24 Großraumjets. Doch „wir planen, bis 2030 sechs zusätzliche Großraumflugzeuge einzuflotten“, verriet Eberhart am Rande der Beitrittszeremonie am 31. März in Rom.
Der Deutsche ist seit 2025 CEO der Fluggesellschaft. Den Posten hatte er übernommen, nachdem die Lufthansa Group mit einem Anteil von 41 Prozent in die ITA Airways eingestiegen war. Zuvor war Eberhart unter anderem Geschäftsführer der Air Dolomiti, einer 100-prozentigen Tochter des Lufthansa-Konzerns, die ihren Sitz nahe Verona in Norditalien hat und vor allem im Feedergeschäft tätig ist. Er kennt sich zweifellos aus mit dem italienischen Markt, in dem sich Lufthansa übrigens bereits zwischen 2009 und 2011 mit eigenem Markenauftritt versucht hatte. Nun soll Eberhart also einen weiteren italienischen Spross zum Erfolg führen.
Flottenexpansion bei ITA Airways geplant
War für ITA Airways Wachstum über das Jahr 2026 hinaus eigentlich nicht vorgesehen, muss sich das frische Star-Alliance-Mitglied nun jedoch damit befassen. „Grundsätzlich können wir mit unseren derzeitigen finanziellen Mitteln von 1,35 Milliarden Euro die Erweiterung der Flotte planen“, sagt Eberhart. Zusätzliche Flugzeuge würden zudem benötigt, um ältere Technologie zu ersetzen, fügt er hinzu. Dennoch brauche ITA auch finanzielle Stabilität.
Der wichtigste Fokus bei der Streckennetzentwicklung liegt für den italienischen Netzwerkcarrier in Nordamerika. „Dort sehen wir das größte Potenzial, insbesondere in Partnerschaft mit dem Star-Alliance-Mitglied United Airlines“, betont Eberhart. ITA Airways hat seit dem 1. Mai Flüge nach Houston aufgenommen.. Auch das United-Drehkreuz Newark in New Jersey, das den Großraum New York bedient, werde für künftige Verbindungen genauer angeschaut.
„Es gibt auch einige Ideen für Südamerika“, verrät der CEO darüber hinaus. „Bislang bedienen wir nur Brasilien und Argentinien. Aber wir prüfen auch andere Märkte wie Lima in Peru und Santiago in Chile.“ Das seien keine Selbstläufer, aber dank der Synergien der Lufthansa Group, und sofern diese Ziele für die gesamte Gruppe attraktiv seien, bestünde „die Möglichkeit, potenzielle Passagiere über Rom zu bündeln“, so Eberhart weiter. Auch Bogota in Kolumbien, operativ vielleicht schwierig, sei für ITA von Interesse, ebenso Quito in Ecuador. Und: „Sobald Caracas in Venezuela wieder für den Luftverkehr geöffnet wird, steht es oben auf der Liste.“


ITA Airways ist momentan eine reine Airbus-Betreiberin. In der Flotte stehen A220-100 und -300, Flugzeuge der A320-Familie, A330ceo wie neo, aber auch A350-900.
Und wann wird der Lufthansa-Konzern weitere Anteile an der ITA Airways, die derzeit noch zu 59 Prozent dem italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen gehört, übernehmen? Nun, laut CEO Jörg Eberhart bestünde für den Kranich schon im kommenden Juni die Option, seinen Anteil auf 90 Prozent zu erhöhen. „Letztlich ist das jedoch eine Entscheidung, die Lufthansa treffen muss“, sagt der Airline-Chef abschließend.

