Im Rahmen eines Besuchs in Dayton im Bundesstaat Ohio hat sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 20. Oktober neben einer E-4C fotografieren lassen, die für die US-Luftwaffe entwickelt wird.
Das berichtete das Fachportal FlightGlobal zuerst. Hegseth besichtigte eine Anlage des Herstellers Sierra Nevada Corporation (SNC), in der Flugtests und Entwicklungsarbeiten für das Programm stattfinden.
Die E-4C ist eine umgebaute Boeing 747-8I. Sie soll die E-4B ersetzen, die auf der älteren 747-200 beruht und seit rund fünfzig Jahren im Dienst ist.
Von Bord dieser Maschinen aus ließe sich im Ernstfall das US-Atomwaffenarsenal führen. Wegen dieser Aufgabe hat sich für die E-4B der Spitzname “Doomsday Plane” eingebürgert, was auf Deutsch so viel heißt wie “Weltuntergangsflugzeug”.
Hegseth bezeichnete die künftige E-4C-Flotte in seiner Rede als einen der wichtigsten Vermögenswerte des Landes. Im äußersten Krisenfall garantiere sie dem Präsidenten eine Führungsfähigkeit, die sich nicht ausschalten lasse.
Boeing schied aus dem Wettbewerb aus
Den Auftrag im Umfang von rund 13 Milliarden Dollar sicherte sich SNC vor zwei Jahren. Das Unternehmen aus Nevada war damals der einzige verbliebene Bieter, nachdem sich Boeing im Dezember 2023 aus dem Programm zurückgezogen hatte. Das Pentagon hatte die Suche nach einem E-4B-Nachfolger bereits 2020 gestartet.
Boeing und die Air Force konnten sich nicht auf die Verteilung der Datenrechte und auf die Vertragsbedingungen einigen. Anscheinend wollte der Konzern nicht erneut in einen Festpreisvertrag geraten. Bei solchen Verträgen trägt der Hersteller Kostenüberschreitungen selbst.
Boeings Verteidigungssparte hatte mit dieser Art Geschäft bei Programmen wie dem Tankflugzeug KC-46A, dem Trainer T-7 und der Präsidentenmaschine VC-25B bereits hohe Verluste verbucht.
Gebrauchte Jumbos als Basis
SNC kaufte nach dem Zuschlag fünf gebrauchte 747-8 von Korean Air für den Umbau. Die Ausschreibung hatte gebrauchte Verkehrsflugzeuge ausdrücklich zugelassen.
Aus Sicherheitsgründen kam nur ein viermotoriges Muster infrage, ausländische Typen wie der Airbus A380 galten als chancenlos. Damit blieb faktisch nur die 747-8, deren Produktion Boeing Anfang 2023 nach 155 Exemplaren beendet hatte.
Ebenfalls 2024 beauftragte die Luftwaffe GE Aerospace damit, die GEnx-2B-Triebwerke dieses Flugzeugtyps zu überholen und aufzurüsten.
Auslieferung in zehn Jahren abgeschlossen
Das erste Flugzeug der Reihe absolvierte 2025 einen ersten Testflug. Alle Maschinen sollen bis 2036 übergeben sein. Bis dahin bleibt die E-4B-Flotte die einzige Plattform dieser Art im Dienst der US-Luftwaffe.

