Das Weltraumteleskop “Neil Gehrels Swift Observatory” der US-Raumfahrtbehörde NASA hat seine wissenschaftliche Mission beendet. Wie die NASA mitteilte, umkreist der Satellit die Erde nur noch in weniger als 275 Kilometern Höhe. Der Luftwiderstand sei dort so groß, dass die Teleskope ihre Beobachtungsziele nicht mehr gleichmäßig verfolgen könnten.
Die NASA erwartet, dass Swift in den kommenden Wochen in die Atmosphäre eintritt.
Swift war 2004 in rund 600 Kilometern Höhe gestartet. Für die Anhebung galten als Vorgabe 550 Kilometer, als Ziel 600 Kilometer, und die NASA wählte das Unternehmen Katalyst Space für den Einsatz aus.
Gescheiterte Höhenkorrektur
Nach NASA-Angaben beauftragte die Behörde Katalyst weniger als ein Jahr vor dem Start damit, ein Verfahren zur Anhebung des Swift-Teleskops zu entwickeln.
Die Zeit drängte. Katalyst und NASA rechneten damit, dass die Bahn im Oktober die Marke von 300 Kilometern erreicht, ab der eine Anhebung wahrscheinlich nicht mehr möglich wäre.
Schon im Februar schaltete das Swift-Team in einen Modus ohne wissenschaftliche Beobachtungen, um den Luftwiderstand zu verringern und die Höhe zu halten.
Danach traten Probleme auf. Am 28. Juli teilte Katalyst mit, LINK drehe sich seit 72 Stunden um mehrere Achsen. Ein Software-Update mit neuen Lageregelungen folgte am 11. August. Kurz zuvor hatte es noch geheißen, LINK habe mit Änderungen einen gangbaren Weg zum Rendezvous mit Swift. Angehoben werden konnte Swift allerdings nicht mehr.
Mehr als 20 Jahre im Einsatz
Swift startete am 20. November 2004. Geplant war damals nur ein Einsatz von zwei Jahren. Nach Angaben von Shawn Domagal-Goldman, Direktor der Astrophysik-Abteilung am NASA-Hauptquartier, war der Satellit mehr als zehnmal so lange wissenschaftlich aktiv.
Er war ursprünglich als Satellit zur Erforschung von Gammastrahlenausbrüchen konzipiert worden. Das sind kurzzeitige, extrem energiereiche Explosionen im All, die so schnell abklingen, dass große Teleskope sie nicht rechtzeitig anpeilen können.
Ersatz für schnelle Beobachtungen noch offen
Die NASA prüft derzeit, wie sich vorhandene Weltraumteleskope für schnelle Reaktionen auf kosmische Ereignisse nutzen und erweitern lassen. Genannt wurden schnell in den Orbit zu bringende kommerzielle Angebote sowie neue Missionen. Konkrete Projekte oder einen Zeitplan nannte die NASA nicht. Bis dahin sollen laufende Missionen die Lücke so weit wie möglich schließen.

