Die ersten Bilder vom Airport der griechischen Ferieninsel Zakynthos sind spektakulär. Sie zeigen eine F-16C der griechischen Luftwaffe, die bäuchlings – ohne Fahrwerk – auf dem Runway liegt. Flammen schlagen aus dem havarierten Jet, schwarzer Rauch quillt auf. Das Cockpit ist offen – und leer. Der Pilot hat sich bereits in Sicherheit gebracht. Auf einem Handyvideo sieht man ihn im Vordergrund davonlaufen, begleitet von einem Vorfeld-Mitarbeiter, während die lokale Flughafenfeuerwehr den Kampf gegen die Flammen aufnimmt.
Was dem dramatischen Szenario vorausging, lässt sich bislang nicht mit Sicherheit berichten – eine Unfalluntersuchung ist inzwischen angelaufen. Erste Informationen, wonach die F-16 bereits in der Luft in Brand geriet, bestätigten sich bislang nicht. Die griechische Luftwaffe sprach in einer ersten Stellungnahme lediglich von einer “Fehlfunktion” während eines Übungsflugs. Der Pilot habe sich daraufin zur Notlandung in Zakynthos entschieden. Vermutlich gab es am Jet ein Hydraulikproblem – jedenfalls landete er mit eingefahrenem Fahrwerk. Auf den veröffentlichten Aufnahmen ist derweil zu sehen, dass der Bremsschirm der F-16 aktiviert war.
F-16 kam aus Araxos
Pilot und Flugzeug gehören Berichten zufolge dem 116. Kampfgeschwader an, das auf dem Fliegerhorst Araxos auf der Halbinsel Peloponnes zu Hause ist. Von dort aus war die F-16 zuvor zu ihrem Trainingsflug gestartet.
Der Flughafen Zakynthos wurde direkt nach dem Zwischenfall gesperrt, anfliegende Passagierflugzeuge wurden umgeleitet. Solange das F-16-Wrack die Landebahn blockierte, blieb der Urlauber-Airport geschlossen. Erst am frühen Morgen des 10. Juli landeten die ersten Airliner wieder auf der Urlaubsinsel.
Patrick Zwerger
Griechenland ist einer der größten Nutzer der F-16 in Europa. Die verunfallte Maschine war in Araxos auf dem Peloponnes stationiert.
Giftige Substanz im Kampfjet
Speziell im Fallle der F-16 birgt ein Unfall wie jener in Zakynthos darüber hinaus ein zusätzliches Risiko – verkörpert durch die farblose, flüssige, hochentzündliche Substanz Hydrazin. Die Stcikstoff-Verbindung treibt die “Emergency Power Unit” (EPU) der F-16 an, die den im Pilotenjargon “Viper” genannten Kampfjet bei einer Triebwerksstörung für etwa zehn Minuten mit Strom und hydraulischer Energie versorgen kann.
Austretende Hydrazin-Dämpfe sind jedoch äußerst giftig, krebserregend und akut gesundheitsschädlich – weswegen bei Notfällen mit dem Muster am Boden erhöhte Vorsicht geboten ist.

