Immer wieder öffnete und schloss sich die Cockpittür. Das machte einen Piloten misstrauisch, der am 30. September an Bord von Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv mitreiste. Eigentlich sollte er erst den Rückflug übernehmen. Doch als er die ungewöhnlichen Bewegungen bemerkte, beschloss er nachzusehen. Was er hinter der Tür entdeckte, war ein Angriff auf den Kapitän des Flugzeuges. Das geht aus einem neuen Bericht der Ermittler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hervor.
Wie die emiratische Staatsanwaltschaft nun erklärt hat, öffnete der mitreisende Pilot die Cockpittür daraufhin mit dem Zugangscode. Im Cockpit sah er, wie der 29-jährige Erste Offizier den Kapitän mit einer Notfallaxt attackierte. Der Kapitän wehrte sich und versuchte, Hilfe zu holen. In Interviews hatte er zuvor erzählt, dass er es zur Tür geschafft hatte und diese immer wieder öffnen konnte. Gemeinsam mit einem Kabinenbesatzungsmitglied und mehreren Passagieren gelang es dem Piloten schließlich, den Angreifer zu überwältigen und den verletzten Kapitän zu retten.
Boeing 737 Max von Flydubai in steilem Sinkflug
Der Kopilot hatte die Boeing 737 Max während des Angriffs in einen steilen Sinkflug geschickt und versucht, Instrumente zu zerstören. Die für den Rückflug vorgesehene Cockpitbesatzung übernahm schließlich die Steuerung und leitete eine Umleitung nach Tabuk in Saudi-Arabien ein. Dort landete die Maschine sicher. Ein rechtsmedizinisches Gutachten bestätigte inzwischen Kopfverletzungen des Kapitäns, die mit einem Angriff durch ein Werkzeug wie die Notfallaxt vereinbar sind.
Die Ermittler haben nun auch weitere Details zu den mutmaßlichen Anschlagsplänen veröffentlicht. Nach Angaben des emiratischen Generalstaatsanwalts Hamad Saif Al Shamsi wollte der omanische Kopilot die Maschine in das Passagierterminal des Flughafens Tel Aviv steuern. Zuvor soll er zwei Flüge dorthin unternommen haben, um sich mit dem Flughafen vertraut zu machen. Laut den Behörden gab der Verdächtige im Beisein seines Anwalts an, sich von den Anschlägen vom 11. September 2001 inspiriert haben zu lassen.
Vor Flydubai bei Oman Air – und extremistisch
Der Mann hatte von 2020 bis 2024 für Oman Air gearbeitet, war Anfang 2025 zu Royal Air Maroc gewechselt und seit Januar 2026 bei Flydubai beschäftigt. Bei Oman Air soll er wegen extremistischer Ansichten aus dem Cockpit genommen worden sein. Bei seiner Einstellung bei Flydubai seien dagegen keine entsprechenden Hinweise aufgefallen, erklärte die emiratische Staatsanwaltschaft. Der Pilot habe alle beruflichen und sicherheitsbezogenen Anforderungen erfüllt.
Die Ermittlungen dauern an. Die Behörden prüfen weiterhin Aufzeichnungen, technische Berichte und mögliche Verbindungen zu weiteren Beteiligten. Der Verdächtige soll erklärt haben, allein gehandelt zu haben. Ob das zutrifft, ist noch offen.
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