Die Mikojan-Gurewitsch MiG-31 steht seit 1981 offiziell im Dienst. Entwickelt einst als Abfangjäger für das Riesenreich Sowjetunion, hat der kraftstrotzende Kampfjet in jüngerer Vergangenheit auch andere Aufgaben übernommen. Besonders im Rampenlicht steht die Spezialversion MiG-31K, die unterm Rumpf die Hyperschallrakete Ch-47M2 Kinschal (“Dolch”) mitführt.
Die Kombination aus MiG-31K und Kinschal trat erstmals im Frühjahr 2018 öffentlich in Erscheinung, als Russlands Präsident Wladimir Putin die neue Hyperschallwaffe vorstellte. Der damalige russische Vize-Verteidigungsminister Juri Borissow erklärte seinerzeit, es stünden zehn zu Kinschal-Trägern umgerüstete MiG-31 in der Einsatzerprobung.
Die MiG-31 sei “am besten geeignet, diese Rakete auf die erforderlichen Geschwindigkeiten in den erforderlichen Höhen zu beschleunigen”, führte Borissow damals aus. “Als Beweis dafür, dass es sich bei der Kinschal nicht um eine exotische Neuentwicklung handelt, befinden sich derzeit zehn Flugzeuge auf Kampftrainingsmissionen und sind bei Bedarf einsatzbereit.”
Inzwischen hat Russland mehrfach Kinschals mit MiG-31K auf Ziele in der Ukraine abgefeuert. Doch wie hat sich der Bestand der russischen Hyperschallraketenträger seit 2018 entwickelt?
Wie viele Kinschal-MiG-31 gibt es?
Die russische Webseite Technosfera Rossija ging dieser Frage nach – und stützt sich dabei vor allem auf Analysen ausländischer Dienste, da seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine Ende Februar 2022 weder die russische Regierung noch sonstige offizielle (oder nicht-offizielle) Stellen in Russland zur zahlenmäßigen Stärke der russischen Luftwaffe konkrete Angaben machen.
Laut Technosfera Rossija verfügt die russische Luftwaffe – basierend auf Beobachtungen aus dem Westen – über derzeit insgesamt 124 MiG‑31. Darunter sollen sich 100 Abfangjäger MiG-31BM befinden, 24 Jets sollen als MiG-31K für den Einsatz der Kinschal vorgesehen sein.
Piotr Butowski
Im Frühjahr 2018 traten die MiG-31K und die wuchtige Kinschal-Rakete erstmals öffentlich in Erscheinung.
Hyperschallraketennachschub
Die monatliche Produktionsrate neuer Kinschal-Raketen beziffert Technosfera Rossija auf fünf, was einer Jahresproduktion von 60 Ch-47M2 entspräche. Den aktuellen Gesamtbestand schätzen die herangezogenen Analysen auf etwa 80 bis 100 Raketen ein.
Allerdings schreibt Technosfera Rossija einschränkend: “Es muss betont werden, dass keine offiziellen Informationen zum Produktionsvolumen von Kinschal vorliegen.” Seitens der russischen Rüstungsindustrie gebe es schließlich “nicht einmal bestätigte Spezifikationen für die Ch-47M2.”

Russisches Verteidigungsministerium
Die Ukraine behauptete, sie habe bereits mehrere Kinschal-Raketen abgeschossen. Auch die Treffgenauigkeit der zum Mythos hochstilisierten Hyperschallwaffe soll mangelhaft sein.
Wird die Kinschal überhaupt noch hergestellt?
Auf Aussagen des ukrainischen Militärgeheimdienstes, wonach Russland die Fertigung neuer Kinschals bereits im April 2026 überraschend gestoppt habe, weil die Präzision der rund sieben Meter langen Luft-Boden-Rakete stark zu wünschen übrig lasse, geht der Statusbericht der russischen Webseite nicht ein.
Es ist, wie es immer ist in Kriegszeiten: Genaues weiß man nicht…

