Die meiste Zeit geht es auf dem Flugplatz Darwin im Norden Australiens recht ruhig zu. Buschflieger, ein paar Regionalflugzeuge und MV-22 Osprey der Marines sind hier normalerweise vor Ort. Die Royal Australian Air Force unterhält auf der militärischen Seite des Areals keine ständigen Verbände. Nur alle zwei Jahre wird aus der stillen Reservebasis die geschäftigste Kampfflugzeugbasis der ganzen Region.
Mehr als 100 Flugzeuge, 21 Nationen und über 2500 Soldaten: auch die diesjährige Ausgabe von Pitch Black bietet eindrucksvolle Zahlen. Zum dritten Mal ist auch die Luftwaffe mit von der Partie. Sechs Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders verlegten mit der Unterstützung von zwei A330-Tankern aus Neuburg an der Donau nach Down Under. Rund 200 Personen aus Deutschland sind vor Ort und üben gemeinsam mit ihren Kollegen aus Ländern wie Indien, Indonesien, Japan, Singapur, Südkorea und Thailand verbundene Luftkriegsoperationen.
Platz für Überschall und Langstreckenwaffen
Das Großmanöver läuft vom 20. Juli bis 7. August. Während die erste Woche vor allem der Eingewöhnung mit kleineren Formationen diente, startet nun die heiße Phase der Übung mit zahlreichen Nachtmissionen. Der große Vorteil von Pitch Black sind die im Vergleich zu Europa riesigen Lufträume, die zur Verfügung stehen. So können die Reichweiten der (simuliert) eingesetzten Waffen voll ausgeschöpft werden. Auch längere Überschallflüge sind möglich.
Patrick Hoeveler
Generalleutnant Holger Neumann (rechts) und Air Marshal Stephen Chappell betonten die guten Beziehungen ihrer Streitkräfte zueinander.
Davon profitieren auch die deutschen Eurofighter. Laut Generalleutnant Klaus Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, verfolgt man drei Ziele: “Erstens das Üben einer Verlegung über eine große Distanz, zweitens die Teilnahme an einer hochwertigen, multinationalen Übung, bei der wir mit Verbündeten und Partnern fliegen, mit denen wir normalerweise nicht in Nordamerika oder Europa trainieren können. Drittens um die bereits existierenden, exzellenten Beziehungen mit den Partnern in der Pazifikregion zu stärken und vertiefen”, sagte er vor einer Gruppe von Pressevertretern in Darwin. “Unsere Präsenz hier ist ein starkes Signal an alle unsere Partner, dass sie sich auf Deutschland und die deutsche Luftwaffe verlassen können: Getrennt durch die Entfernung, aber geeint durch gemeinsame Werte.”

