Wie viele Su-57 die russische Luftwaffe dieses Mal erhielt, bleibt wieder unbekannt. Die aus dem Flugzeugwerk Komsomolsk am Amur veröffentlichten Aufnahmen zeigen jedoch mindestens zwei Exemplare. Da Russlands Luftfahrtindustrie in der Vergangenheit neue Kampfjets meistens im Doppelpack übergab, liegt die Vermutung nahe, dass dies auch bei der jetzigen Auslieferung so war.
Die Gesamtzahl im Dienst stehender Su-57 dürfte sich damit auf knapp 40 Maschinen belaufen. Andere Schätzungen sprechen von bis zu 50 ausgelieferten Su-57, was allerdings etwas hoch erscheint. Die bislang letzte Charge des russischen Top-Fighters hatten die Luft- und Raumfahrtkräfte im Februar dieses Jahres erhalten. 2025 waren dagegen überhaupt keine Lieferungen erfolgt – mutmaßlich, weil man das Stealth-Muster auf Basis von Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg technisch verbessern wollte.
Entsprechend zeigen sich auch die jetzt an die Luftwaffe übergebenen Su-57 mit neuen Systemen und einer deutlichen Erweiterung des bisherigen elektrooptischen Sensor-Pakets 101KS Atoll.
Namentlich ins Auge sticht ein elektrooptischer Sensor backbordseitig unter dem Cockpit, der wahrscheinlich zu einem neuen Raketenwarnsystem (MAWS) gehört. Ähnliche Sensoren finden sich bei den frisch produzierten Su-57 unten am Bug (nach vor gerichtet) sowie am Heck (nach hinten gerichtet).
UAC (OAK, Screenshot)
Erweiterte und verbesserte Sensoren (hier der neue EO-Sensor unterhalb des Cockpits) sollen dem Su-57-Piloten ein umfassenderes Situationsbewusstsein bescheren.
Erfahrungen aus der “Sonderoperation”
In Verbindung mit einem neuen Helmdisplay für den Piloten soll die überarbeitete Sensor-Suite laut Analysten für ein besseres Situationsbewusstsein sorgen.
“Die Maschinen, die heute aus den Werkhallen rollen, unterscheiden sich von den Flugzeugen zu Beginn der Sonderoperation”, schreibt der staatliche Rüstungskonzern Rostec auf Telegram über die neu gelieferten Kampfjets. Die Su-57 werde “unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Kampfeinsatz kontinuierlich weiterentwickelt.”
Die Su-57 habe sich im Krieg gegen die Ukraine, der in Russland weiter als “Sonderoperation” bezeichnet wird, bereits gut bewährt, heißt es bei Rostec weiter. “Die neue technische Konfiguration wird dazu beitragen, das Aufgabenspektrum dieses Flugzeugtyps zu erweitern.”
Verantwortlich dafür sind laut dem Rüstungskonzern auch neue Waffentypen, die man in die Su-57 integriert habe. Welche Waffen dies im Einzelnen sind, führte Rostec abermals nicht aus, versicherte jedoch, die Su-57 sei nun noch besser “in der Lage, Luft-, Boden- und Seeziele zu treffen” – und zwar “rund um die Uhr, auch unter schwierigen Wetterverhältnissen und bei ungünstigen Störbedingungen.”

UAC (OAK)
Die russische Luftwaffe dürfte nun seit Lieferbeginn 2020 etwa 40 Su-57 in Empfang genommen haben. Ob die vertraglich fixierten 76 Flugzeuge bis Ende 2028 allesamt den Weg zu den Einsatzkräften finden, bleibt fraglich.
Triebwerksfrage bleibt weiter offen
Was den verbesserten Su-57 augenscheinlich immer noch fehlt, sind neue Triebwerke. Auch die jetzt übergebenen Exemplare nutzen als Antrieb zwei AL-41F1-Turbofans von NPO Saturn, zu erkennen an den handelsüblichen Schubdüsen.
Eigentlich hat Russland für die Su-57 das maßgeschneiderte und stärkere AL-51F1 (“Produkt 30”) vorgesehen, das trotz jahrelanger Tests aber wohl immer noch nicht serienreif ist. Ende des vergangenen Jahres tauchte mit dem “Produkt 177” eine weitere Antriebsoption für die Su-57 auf, von der vermutet wurde, dass sie primär für die Exportversion Su-57E gedacht ist.
Spekulationen, wonach Russland die Entwicklung des “Produkt 30” zugunsten von “Produkt 177” auf Eis gelegt habe, lassen sich aus der Ferne nur unzulänglich bewerten.

