Der Jungfernflug der Jakowlew Jak-130M lässt weiter auf sich warten – und das, obwohl schon Ende 2025 zwei Exemplare fertig waren und ein drittes Flugzeug bis spätestens Ende dieses Jahres noch hinzukommen soll. Dann werde man “drei flugbereite Maschinen haben”, die für die Flugtests zum Einsatz kommen sollen, wird Jakowlew-Geschäftsführer Wassili Prutkowski in russischen Medien zitiert.
Einen konkreten Termin für den noch ausstehenden Erstflug der Jak-130M gibt es weiter nicht. Spätestens im Juni, so heißt es, soll der neue leichte Kampfjet jedoch flügge sein. Den ersten Bodentests hatte sich das Premierenexemplar der Jak-130M im Flugzeugwerk Irkutsk bereits seit Spätherbst des vergangenen Jahres unterzogen.
Die Jak-130M ist eine modernisierte und mit echter Kampfjet-DNA versehene Weiterentwicklung des Jet-Trainers Jak-130, auf dem angehende Fighter-Piloten seit der Indienststellung des Musters im Jahr 2010 ihre Sporen erwerben. “Die Modernisierung ermöglicht die Bewaffnung der Jak-130M mit Luft-Luft-Raketen sowie hochpräzisen Luft-Boden-Waffen mit Satelliten- und Laserleitsystemen”, unterstreicht der Jakowlew-Mutterkonzern Rostec die maßgebliche Änderung zur Basisversion Jak-130.
AESA-Radar für die Jak-130
Das neue Flugzeug behalte nicht nur vollumfänglich alle Fähigkeiten zur Ausbildung von Kampfpiloten, “sondern erhält auch die Eigenschaften eines Kampfflugzeugs”, so Rostec weiter. Zu den maßgeblichen Verbesserungen zählen das neue AESA-Radar BRLS-130R und das elektrooptische Zielsystem SOLT-130K.
Das BRLS-130R soll feindliche Drohnen auf bis zu 27 Kilometer Entfernung orten können, gepanzerte Fahrzeuge lassen sich laut Jakowlew gar bis auf 35 Kilometer Distanz erfassen.
Jak-130M als “Drohnenjäger”
Unklar ist, ob die russische Luftwaffe sich für die Jak-130M begeistern kann und eine Bestellung für das neue Muster aufgibt. Rostec und Jakowlew scheinen mit dem leichten Fighter zwar vor allem den Exportmarkt im Auge zu haben – gemeinhin verkaufen sich Kampfjets im Ausland aber besser, wenn ihnen auch die Streitkräfte des Herstellerlandes ihr Vertrauen schenken.
Speziell für den Einsatz bei den russischen Luft- und Raumfahrtkräften könnte Jakowlew die Jak-130M als preisgünstigen “Drohnenjäger” feilbieten. Das legen entsprechende Überlegungen russischer (und ukrainischer) Analysten nahe. Diese Rolle scheint für Russlands Bedarf tatsächlich attraktiv – gelingt es der Ukraine doch seit geraumer Zeit immer wieder, mit billigen Langstreckendrohnen tief in russisches Gebiet vorzudringen und dort empfindliche Schäden zu verursachen.
Rostec
Bei der Auslandspremiere der Jak-130M in Dubai Ende 2025 zeigte Jakowlew im Waffenarsenal auch Startbehälter für S-8(L)-Raketen.
Die passende Waffe – theoretisch
Als Waffe für die Drohnenabwehr findet sich im Arsenal der Jak-130M die kleine S-8L-Rakete von Kalaschnikow – eine lasergelenkte Variante der von Haus aus ungelenkten, für Bodenziele konzipierten S-8. Die S-8L mit 80 Millimeter Durchmesser und halbaktivem Suchkopf wurde 2021 auf dem Militärforum Armija in Kubinka erstmals vorgestellt und eignet sich laut Hersteller nicht nur für Boden-, sondern auch für Luftziele wie Drohnen.
Allerdings gibt es bis dato keine Bestätigung aus Russland, dass die Rakete sich inzwischen in der Serienproduktion befindet. Offenbar bremsten die westlichen Sanktionen seit 2022 die Entwicklung der S-8L, zum aktuellen Stand bei Kalaschnikow gibt es keine Informationen.
So bleibt die Rolle der Jak-130M als preisgünstiger Abfangjäger gegen Drohnen fürs Erste Theorie – was aber nicht heißen muss, dass sich die Russen nicht früher oder später trotzdem zum Kauf der Jak-130M durchringen können.

