Schweden hatte die Lieferung der Plattform, die in Schweden auch als Saab 340 AEW&C bekannt ist, im Mai 2024 angekündigt, die tatsächliche Übergabe wurde im August 2025 bestätigt. Die ersten dokumentierten Kampfeinsätze der Maschine über ukrainischem Gebiet erfolgten schließlich im März 2026, also rund sieben Monate nach der offiziellen Übergabe.
Die ASC 890 basiert auf dem zivilen Kurzstreckenflugzeug Saab 340 und ist mit dem schwedischen Radarsystem Erieye ausgestattet. Äußerlich erkennbar ist die Maschine an dem länglichen, kastenförmigen Aufbau oberhalb des Rumpfes, in dem die Sensorik untergebracht ist.
Das System arbeitet mit einer elektronisch schwenkbaren Antenne und kann nach technischen Angaben Flugobjekte sowie Wasserfahrzeuge aus einer Distanz von bis zu 450 Kilometern erfassen. Bedient wird das System von sechs Besatzungsmitgliedern.
Nach eigener Beschreibung des ukrainischen Verteidigungsministeriums ist die Maschine in der Lage, Luftziele über große Distanzen zu erfassen und den Einsatz der eigenen Kampfjets zu koordinieren und so die Treffsicherheit zu erhöhen.
Die gewonnenen Lagebilder werden in Echtzeit an Abfangjäger übermittelt. Gemeinsam mit F-16-, Mirage-2000- und Gripen-Jets bilde die ASC 890 laut Ministerium die Grundlage eines vernetzten, NATO-konformen Luftkampfsystems.
Schweden und NATO modernisieren mit GlobalEye
Schweden muss sich seitdem vermehrt auf die AWACS-Kapazitäten der NATO verlassen, denn Ersatz für die an die Ukraine übergebenen Flugzeuge soll erst im kommenden Jahr eintreffen. Luftgestützte Frühwarnsysteme werden zunehmend flexibel über verschiedene Nordflanken-Standorte verteilt eingesetzt, um die Wachsamkeit gegenüber Russland in der Region zu erhöhen.
Wie inzwischen die NATO selbst hat sich Schweden für die Saab GlobalEye entschieden. Auch Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate haben das Muster gekauft. Die NATO hatte sich ursprünglich für die Boeing E-7 Wedgetail entschieden, dann aber im vergangenen November Abstand von einem möglichen Kauf genommen.

