Zwei schwedische Saab Gripen C sind auf dem ungarischen Luftwaffenstützpunkt Kecskemét gelandet und haben damit ein wichtiges Kapitel der ungarischen Verteidigungsgeschichte abgeschlossen.
Im Februar 2024 bestellte Ungarn bei Saab vier fabrikneue Gripen C. Vor fünf Monaten, im Januar, hatte die ungarische Botschaft in Stockholm dann ein Foto des ersten fertiggestellten, noch unlackierten Jets veröffentlicht. Nun sind alle vier Maschinen in Kecskemét eingetroffen.
Ungarn verfügt damit über eine Gesamtflotte von 18 Gripen, 16 einsitzige Exemplare und zwei zweisitzige D-Varianten.
Die ungarische Luftwaffe fliegt den schwedischen Kampfjet seit 2006. Zunächst allerdings auf Leasingbasis. Der ursprünglich 2001 vereinbarte Vertrag war 2016 um ein weiteres Jahrzehnt verlängert worden.
Dementsprechend gingen die 14 Bestandsmaschinen 2026 offiziell ins Eigentum der ungarischen Luftstreitkräfte über.
Modernisierung auf NATO-Standard
Parallel zu den Neubeschaffungen ließ Ungarn seine bestehenden Gripen ab 2022 durch Saab auf den Standard MS20 Block 2 aufrüsten. Das Upgrade umfasst unter anderem das verbesserte Puls-Doppler-Radar PS-05/A Mk 4 mit erhöhter Reichweite und besserer Erfassung kleiner Luftziele sowie eine modernisierte Freund-Feind-Kennung und erweiterte Kommunikationssysteme.
13 der 14 Bestandsmaschinen erhielten nachträglich dieses Upgrade; eine der beiden Gripen D war bereits ab Werk in diesem Standard ausgeliefert worden. Der Jet war als Ersatz für eine Maschine gedacht, die im Mai 2015, während eines Trainingsflugs im tschechischen Čáslav abgestürzt war.
Eine weitere ungarische Gripen verunfallte im Juni 2016 bei der Landung, wurde aber später repariert.

