Der Ausbau der Terminalkapazitäten am internationalen Flughafen Eugen Doga in Chișinău gilt bereits seit dem vergangenen Jahr als strategische Priorität des Managements. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Die Wachstumsraten liegen rund zehn Mal höher als der europäische Durchschnitt.
Gemacht für 800 Passagiere pro Stunde
Noch vor zwei Jahren war offen, ob die moldauische Regierung nach dem Korruptionsskandal um den früheren Betreiber Avia Invest erneut einen privaten Betreiber suchen würde. Nachdem dem Unternehmen nach zehn Jahren die Kontrolle über den Flughafen Chisinau entzogen worden war, standen verschiedene Zukunftsmodelle zur Diskussion. Inzwischen scheint die Entscheidung gefallen zu sein: Der Flughafen bleibt vorerst in staatlicher Hand. Gleichzeitig wurde ein öffentliches Ausschreibungsverfahren für die Modernisierung und Erweiterung des Passagierterminals gestartet.
Wie eine Sprecherin des Flughafens gegenüber aeroTELEGRAPH erklärt, war die bestehende Infrastruktur ursprünglich für rund 800 Passagiere pro Stunde ausgelegt. «In den Spitzenzeiten der Sommersaison erreicht das Passagieraufkommen derzeit jedoch rund 1900 Passagiere pro Stunde». Dieser deutliche Anstieg spiegelt das rasante Wachstum der Nachfrage wider, das der internationale Flughafen Chișinău in den letzten Jahren verzeichnet hat. «Das Projekt zur Modernisierung und Erweiterung des Terminals zielt darauf ab, die Infrastruktur des Flughafens an das aktuelle und zukünftige Verkehrsaufkommen anzupassen sowie den Passagierfluss, die betriebliche Effizienz und das gesamte Reiseerlebnis zu verbessern.»
Der Ausbau wird selbst finanziert
Geplant sind die teilweise Neugestaltung und Erweiterung bestehender Flächen im Rahmen eines umfassenden Modernisierungsprogramms. Ziel ist es, die Abfertigungskapazitäten an die stark gestiegene Nachfrage anzupassen. Konkrete Angaben zur künftigen Kapazität des Terminals macht der Flughafen Chisinau derzeit jedoch noch nicht. Diese sollen erst veröffentlicht werden, wenn die endgültigen Projektparameter feststehen.
Fest steht hingegen bereits die Finanzierung: Der Ausbau soll vollständig aus den eigenen Einnahmen des Flughafens bezahlt werden. Gleichzeitig sollen die Bauarbeiten schrittweise erfolgen, damit der laufende Flugbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.
Flughafen Chisinau bleibt in staatlichem Besitz
Auch an den Eigentumsverhältnissen soll sich vorerst nichts ändern. «Derzeit gibt es keine Entscheidungen oder Ankündigungen bezüglich Änderungen an der Eigentums- oder Führungsstruktur des Flughafens», erklärte die Sprecherin. Für die Republik Moldau markiert die Entwicklung des Flughafens einen bemerkenswerten Wandel. Aus einem regionalen Drehkreuz ist innerhalb weniger Jahre einer der am schnellsten wachsenden Flughäfen Europas geworden. Und dafür will der Airport gewappnet sein.
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