Boeing hat das Flugtestprogramm der 737 MAX 10 abgeschlossen. Nun stehen die letzten Sicherheitsnachweise und die FAA-Zertifizierung vor den ersten Auslieferungen 2027 an.
Boeing hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Zulassung der 737 MAX 10 erreicht. Nach 976 Testflügen und mehr als 2060 Flugstunden ist das Flugtestprogramm des größten Mitglieds der MAX-Familie abgeschlossen. Nun konzentriert sich der Hersteller auf die letzten Sicherheitsnachweise und die Dokumentation für die US-Luftfahrtbehörde FAA.
Der abschließende Zertifizierungsflug fand auf dem Boeing Field in Seattle statt. Dabei überprüften die Testingenieure unter anderem, ob Warnsignale wie der Rauchmelder in den Bordtoiletten und Durchsagen über das Lautsprechersystem in der Kabine für Besatzung und Passagiere deutlich hörbar sind. Insgesamt absolvierte die Testflotte aus drei Flugzeugen 976 Flüge mit mehr als 2060 Flugstunden. Hinzu kamen rund 1040 Stunden Bodenerprobung.
Zulassung für 737 MAX 10 rückt näher
Mit dem Ende der Flugerprobung beginnt nun die letzte Phase des Zertifizierungsprogramms. Boeing muss die verbleibenden Development Assurance Reviews sowie die System Safety Assessments abschließen und die erforderlichen Unterlagen bei der US-Luftfahrtbehörde FAA einreichen. Der Hersteller hält weiterhin an seinem Zeitplan fest und rechnet mit der Zertifizierung der 737 MAX 10 noch im Laufe des Jahres 2026. Die ersten Auslieferungen sollen 2027 erfolgen.
Ursprünglich hatte Boeing geplant, die größte Variante der 737-MAX-Familie bereits 2022 zuzulassen und ein Jahr später an Kunden auszuliefern. Nach den beiden MAX-Abstürzen, der anschließenden weltweiten Stilllegung der Baureihe sowie verschärften Zulassungsanforderungen verzögerte sich das Programm jedoch mehrfach.

Verbesserungen für die gesamte MAX-Familie
Während der Erprobung standen nicht nur klassische Flugleistungen wie Fahrwerk, Bremsen oder Starts und Landungen auf nasser Piste im Fokus. Boeing testete außerdem ein überarbeitetes Triebwerks-Enteisungssystem (Engine Anti-Ice), das ein bekanntes Überhitzungsproblem beseitigen soll. Dieses hatte die Zulassung der 737 MAX 7 und MAX 10 in den vergangenen Jahren maßgeblich verzögert.
Darüber hinaus wurde ein verbessertes Anstellwinkelsystem (Enhanced Angle of Attack, eAoA) erprobt. Es soll widersprüchliche Sensordaten besser erkennen und die Informationsdarstellung im Cockpit vereinfachen. Fehlerhafte Daten der Anstellwinkelsensoren hatten bei den Abstürzen zweier Boeing 737 MAX 8 in den Jahren 2018 und 2019 eine entscheidende Rolle gespielt.
Beide Systeme sollen künftig nicht nur in der 737 MAX 10, sondern in allen Varianten der MAX-Familie serienmäßig verbaut werden. Boeing plant zudem, sie der bereits im Einsatz befindlichen Flotte als Nachrüstlösung anzubieten.
Auch die MAX 7 macht Fortschritte
Parallel zur 737 MAX 10 meldete Boeing auch Fortschritte bei der kleinsten Variante der Baureihe. Die Flugtests der 737 MAX 7 sind ebenfalls abgeschlossen. (isa)

